Dienstag, 5. August 2014

Rezension: Gregory Sherl * Ab morgen ein Leben lang





















Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 
Verlag: Dumont
ISBN-13: 978-3832197469
Preis: 18,00 EUR  
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1    

Erscheinungsdatum: April 2014


Leseprobe? Amazon


Inhalt:
Evelyn Shriner macht mit ihrem Freund Schluss, weil sie einen Blick in ihre romantische Zukunft geworfen hat und diese mit Adrian einfach schrecklich aussieht. Zur gleichen Zeit macht Godfrey Burkes seiner Freundin Madge einen unbeholfenen Heiratsantrag, denn er hat seine große Liebe schon gefunden. Allerdings hat Madge eine Bedingung, sie möchte ihre gemeinsame romantische Zukunft sehen und dann entscheiden. Godfrey ist alles andere als begeistert davon, lässt sich aber darauf ein. Bei Dr. Chin treffen so Evelyn und Godfrey zum ersten Mal aufeinander. Sie um ihre Verflossen zu testen, falls doch Mr. Right dabei war und Godfrey um sein versprechen einzulösen. Dabei wissen beide nicht, dass sie füreinander bestimmt sind und nur durch Verwicklungen und Zufälle wählen beide, bei einer Sitzung, den Namen des jeweils anderen und erleben einen Systemfehler, denn „In Fällen von wahrer Liebe kann es zu Systemfehlern kommen.“ Jetzt heißt es nur noch, sich zu finden? Zu den eigenen Gefühlen stehen? Und ist es wirklich die große Liebe? Welche Hand werden sie am Ende, in ihren eigenen halten?

Meinung:
Eine ganz tolle Geschichte, die mich beim Lesen glücklich gemacht hat, denn man spürt die Liebe darin, den schrägen Humor und auch die Sicht auf unsere Gesellschaft, die nichts den Zufall überlassen möchte, sogar in der Liebe nicht.
Erzählt wird das alles abwechselnd von Evelyn und Gregory, was ich unglaublich gut und witzig fand. Allein die passenden Überschriften, über den Kapiteln machten mir schon große Freude auf den Inhalt. Dabei erleben wir immer das verrückte Leben der Beiden, ihre Gedanken, ihre Sorgen und davon haben sie viele, ihre Wünsche und ihr ständiges Versuchen mit allem klarzukommen und den eigenen Platz im Leben zu finden. Da beide durch ihre Eltern und ihrer Kindheit sehr geprägt wurden, sind viele Dinge für sie nicht natürlich und oft sind sie verunsichert, oder fühlen sich ungeliebt. Sie wissen einfach nicht, was gut ist und was nicht. Da sieht man mal wieder wie viel Einfluss Eltern haben können, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Evelyn Shriner ist Bibliothekarin und hat ein Faible für Buchzitate und sie liebt es, Geschichten ein anderes Ende zu verpassen. Sie hatte eine Schwester, die sie nie kennengelernt hat, weil ihre Eltern erst nach deren Tod sich für ein weiteres Kind entschieden hatten. Ein Ersatzkind sozusagen und daran hat Evelyn zu knabbern, sie fühlt sich ungeliebt und meint, sie hat ein großes Loch in sich, und wenn sie zu viel liebt, könnte ihr Herz zu Stein werden. Ihre Eltern sind keine große Hilfe, da sie nicht merken das Sie ihre zweite Tochter so einengen und nicht bedingungslos lieben. Also sucht sie ständig Dr. Chin auf, um zu sehen, ob sie schon den Richtigen kennengelernt hat, um nicht nochmals jemanden ihr Herz zu schenken. Das macht Evelyn am Anfang recht ungewöhnlich, aber ihre verrückten Ideen und Ansichten wachsen einen schnell ans Herz und ihre verzweifelte Suche nach ihrem Platz im Leben und einer eigenen Familie konnte man einfach gut nachempfinden.
Dann haben wir Godfrey, der in einem Fundbüro arbeitet, was irgendwie recht passend war, da er selber ständig alles vergisst. Er ist das Ergebnis eines Seitensprungs seiner Mutter, und da diese, ihm als Kind gesagt hat, sein Vater war ein Tier, denkt er, dass er dieselben Gene in sich trägt und über jede Frau herfallen würde, wenn er da nicht Madge hätte. Er ist der festen Annahme, dass seine Freundin in ihm den wahren Kerl sieht und ihn erdet, damit er nicht so wird, wie sein leiblicher Vater. Dabei merkt er gar nicht, dass er sich in seiner Beziehung gar nicht wohlfühlt und von Madge ständig herum gestupst wird, dass er sich verändern soll. Sie möchte eigentlich einen ganz anderen Kerl und versucht Godfrey dazu zubringen und ist immer mehr gefrustet, dass es nicht nach ihrer Nase geht und klappt. So ist auch Godfrey innerlich verzweifelt und er sucht einfach nur den einen Menschen, der nur ihn sieht, den leicht zerstreuten, aber sehr liebenswerten Typen.
Diese Zwei Figuren wurden so herrlich mit Liebe und Leben gefühlt, dass ich sie einfach mochte und mit ihnen mitgelitten hatte. Der Humor des Autors war so herrlich zu lesen und ich fand es toll das der Blick in die Zukunft bei wahrer Liebe mit Systemfehlern behaftet ist. Wenn man genauer darüber nachdenkt, doch ein kritischer Aspekt in unseren Leben, immer alles vorher wissen zu wollen, um sich dann erst zu entscheiden, statt auf sein Gefühl zu hören und im Jetzt zu leben.
Für mich ein absoluter Buchschatz und genau mein Ding gewesen, eine kleine Geschichte zum gern haben und immer wieder lesen. Toll fand ich für mich auch, dass die Zukunftseherei nicht zu viel Raum genommen hat, sondern eher Mittel zum Zweck war, denn Evelyn und Godfrey sind hier die Stars.


Henry und ich sind ganz verzaubert von den beiden und ihrer Suche nach Glück und Liebe und vergeben die vollen Bücherpunkte:
 



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Über den Autor:

Gregory Sherl wurde 1986 geboren. Er hat drei Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt ›Monogamy Songs‹ und ›The Oregon Trail is the Oregon Trail‹. Letzterer stand auf der Shortlist des Believer Poetry Awards. Er ist Inhaber des Grisham Fellowship an der University of Mississippi.

Quelle: Dumont Verlag


Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das bezaubernde Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Servus, Inga.
    Bevor ich meinen Buchladen aufsuche, ein Zitat das mir hierzu in den Sinn kommt...

    "Unsere Eltern fragen uns nicht nach dem Leben, nicht nach dem Namen.. Sie holen uns in ihre Welt; hoffend - u n d hoffentlich liebend! Denn nichts verwüstet mehr, als jede Lieblosigkeit."
    (Florance Ippdit)

    bonté

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    1. Hallo Robert,

      ja, die lieben Eltern!!!
      Übirgens... Buchladen??? Was hast du erstanden??? Womit hast du dich den Glücklich gemacht ...hehehehe....

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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    2. ...wenn ich mit den Bestellungen anfange:
      - "Das Mädchen mit dem Haifischherz" von Jenni Fagan
      - "Liebe Lucy" von Julie Sakissian
      - "Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins
      - sowie ein Band über die Geschichte Karthagos

      Nachdem ich die Laden-Katze bei ihrer Auffindung bequemer "Zwischen-all-den-Büchern-Flätzvarianten" gestört hatte, kam ich mit...
      - "Eine wie Alaska", ein Green in der 15. Auflage
      - "Die Frau, die Sterne fing", das Romandebüt von Amy Brill
      &
      - "Ladys in Gummistiefeln" ein schöner Band über Gärtnerinnen des 18./19./20 Jahrhunderts
      ...an die Kasse. :-)

      bonté

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    3. ...Robert!!!!

      warst du im Kaufrausch!!!! Das sind ja viele Bücher auf einen Streich :-) Dann ganz viel vergnügen damit ... Da sind ja tolle dabei ...hihi...

      Schönen Schmökerabend
      Inga

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    4. ...Kaufrausch eigentlich nicht - alles wohl besonnen! :-)
      Merci, durch das livre de jardin bin ich annährend durch. Allein die wunderbaren, historischen Gärtenfotos!

      bonté

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    5. ...manchmal muss das auch einfach sein ...hihi... Ganz viel Spaß mit deinen Buchschätzen :-)

      Schönen Abend
      Inga

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  2. Huhu :)
    Ja das habe ich auch gelesen :)
    Hab aber erst jetzt die Rezi geschafft^^
    Liebe Grüße
    Jeanne

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    1. Hallo Jeanne,

      das ist ja toll und wie ich lese warst du auch angetan, bis auf das Ende ...lach...
      Manchmal braucht man für eine Rezi einfach länger ...ich muss mal wieder zwei schreiben, damit der Berg nicht wieder anwächst ...lach...

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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