Sonntag, 29. November 2015

Rezension: Claudia Gray * Spellcaster: Düstere Träume


Broschiert: 320 Seiten
Verlag: HarperCollins
ISBN-13: 
978-3959670098
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 12,99 EUR
Reihe: 1. Teil 
Erscheinungsdatum: Oktober 2015
Übersetzer: Ira Panic 




Inhalt:
Nadia und ihre Familie, bestehend aus Vater und kleinen Bruder, wollen einen Neuanfang wagen und so was geschieht ja meistens mit einem Umzug und so landen sie in Captive‘s Sound. Aber schon das Eintreffen steht unter keinem guten Stern, denn Nadia spürt direkt, dass hier das Böse wohnt und ihr Willkommen ist ein Autounfall. Dabei wird ihr von einem Jungen aus dem Wagen geholfen und so begegnet sie das erste Mal Mateo. Natürlich wird es nicht bei der einzigen Begegnung bleiben, denn dafür ist der Ort zu klein und Nadia findet schnell heraus, das Mateo auch eher ein Außenseiter ist, da auf seiner Familie ein Fluch lastet. Aber trifft das auch auf diesen gut aussehenden Jungen zu? Nadia wird es schon noch heraus bekommen, denn auch sie hat ihre Geheimnisse und ein bisschen Hexenkunst in der Rückhand. Was wird sie erfahren? Kann sie Mateo helfen? Und wird sie dem Ganzen überhaupt gewachsen sein?

Meinung:
Oh, ich mag ja Geschichten mit Hexerei, wer möchte nicht ein bisschen zaubern können und somit für Unruhe sorgen. Außerdem ist das Cover hier wirklich ein absoluter Traum und schon deshalb einen zweiten Blick wert. Aber konnte mich dieses Buch überzeugen? Ganz ehrlich, ich habe mich mit dieser Geschichte ein bisschen schwer getan und fand die Mischung aus Hexerei, wie bei der TV-Serie Charmed und dem geheimnisvollen Jungen, der sich von allem fern hält, wie aus der Biss-Reihe nicht ganz rund. Aber fanden wir doch mit meinem größten Problem an.

Der Erzählstil, ich bin ja ein Leser, der wirklich problemfrei alles verschlingen kann, aber hier hatte ich wirklich meine kleinen Hängerchen. Ich weiß natürlich nicht, ob es an der Übersetzung liegt, oder einfach an ihrer Wahl zu schreiben, aber für mich war es nicht ganz gelungen. Claudia Gray bedient sich abwechselnd der Sicht von Nadia, Mateo und noch anderen, dabei bedient sie sich aber nicht der Ich-Form, sondern beschreibt nur alles und das ist für mich ein bisschen der Knackpunkt, immer, wenn sie dann von Träumen oder tiefen Gefühlen der Personen spricht, wirkt es so plastisch, und als ob man von oben auf die Figuren schaut, es kommt so für mich kein Gespür für diese auf und so bleiben sie für mich ein bisschen blass.

Nadia hat es ein bisschen schwer getroffen, momentan ist sie für ihren Vater und ihren kleinen Bruder da, weil ihre Mutter sie verlassen hat und das führte auch dazu, das sie ihre Ausbildung als Hexe nicht weiter nachgehen kann, denn die Ausbildung zur Hexe wird immer von der Mutter übernommen. Trotzdem möchte sie ihr bisheriges Können, weiter voranbringen, wenn schon nicht mit Hilfe, dann wenigstens allein. So tapst sie mehr in der Welt der Magie rum, als wirklich zu wissen, was sie genau tut, so passieren natürlich Dinge, die sie so nicht geplant hat. Das ist vielleicht ein bisschen lustig und sorgt für Stimmung, aber nimmt auch die Freude am Hexenwerk. Ansonsten ist sie, die hübsche Neue in der Stadt und ein nettes Mädchen was nicht so leicht Anschluss findet, weil sie ja so ihre Geheimnisse hat.

Mateo hat mit ganz anderen Dingen zu kämpfen, er kann nicht schlafen, weil er sonst träumt und schlimme Visionen hat, und zwar so grausame, das er eigentlich nicht schlafen möchte. Diese Visionen hat er nicht allein, auch seine Mutter hatte sie und auch ihr Vater und überhaupt, alle in seiner Familie sind den Wahnsinn verfallen und dann in den Freitod gegangen. Eine schreckliche Vorstellung und Mateo hat natürlich Angst, dass er das gleiche Schicksal teilt. Aber nicht nur das ist sein Problem, nein, er sieht im Traum immer das gleiche Mädchen, und bis er sie selbst aus dem Auto heraus hilft, hat er die Hoffnung, dass seine Träume nur Hirngespinste sind. Jetzt hat er allerdings die Gewissheit, er sieht in die Zukunft und beschließt, sich von Nadia fern zuhalten, aber er hat das Vorhaben, ohne seine Gefühle ausgemacht. Mir hat Mateo recht gut gefallen und seine Figur war interessant gezeichnet. Ein junger Mann, der durch sein Schicksal einsam ist und für den Vertrauen und Freundschaft eine ziemlich große Rolle spielt, der aber auch dadurch manchmal ein bisschen blind ist.

Für mich bleibt diese Geschichte nur als nett mal für zwischendurch im Kopf, für mehr hat mir einfach was gefehlt. Ich fand die Hexerei ein bisschen zu oberflächlich, da Nadia keine Ahnung hat, was sie tut, wissen wir es auch nicht. Nur das Böse ist hier stark am Werk, lässt uns, aber auch nicht in die Karten gucken, so bleibt das alles ein bisschen schwammig. Außerdem fand ich die Liebesgeschichte nicht so überzeugend, also wir wissen das Nadia und Mateo sich mögen, das weiß man bei so einer Geschichte einfach, aber spüren konnte ich das leider nicht, das war wirklich verschenktes Potenzial. Aber dies ist ja Band eins und die Autorin lässt ja noch einiges offen und hat ja einen kleinen Cliffhanger eingebaut, also lassen wir uns überraschen.

Wer aber gern die Serie Charmed geguckt hat, wird hier einige Parallelen  und seinen Charme wieder finden. Altes Haus, Buch der Schatten, ein Freund, der mit Fluch rum rennt und noch einiges mehr zum Entdecken und auffrischen. Also klappt das Buch auf und taucht in Nadia‘s Magie ein ...
 
Henry und ich konnten uns in diese Geschichte nicht so fallen lassen, wie wir es gern getan hätten und so gibt es nur drei Bücherpunkte:

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Über die Autorin: 


Claudia Gray hat als Rechtsanwältin, Journalistin, Discjockey und Kellnerin gearbeitet. All das hat sie aufgegeben, um ganztags zu schreiben. In ihrer Freizeit liest sie, kocht sie gern und hört Musik. In New Orleans lebt sie in einem über hundert Jahren alten, purpurfarbenen Haus.  



Vielen lieben Dank an den HarperCollins Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Fröhliches sonntageln, Inga.
    Wenn man/frau das Böse eines amerikanischen Städtchens anbei zitiert, sollte es sich eigentlich schon mit der kalten Aura eines Silent Hill messen laßen können - was ich jetzt hier weniger vermute. :-)

    Stattdessen geht es mehr um Nettigkeiten in der Gischt von unbeholfener Magie - und keine Eule in sicht!
    Nicht zu vergessen Hormone, die der Zweisamkeit zu fröhnen gedenken; allerdings durch beiderseitige Unpässlichkeiten daran gehindert werden.
    Offenbar die leichte Unterhaltung für den seichten Literaturhocker.

    Aber "Schuld und Sühne" will sich jetzt auch nicht jeder antun. :-)

    bonté

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    1. Servus Robert,

      du vermutest richtig, wir Sterblichen merken von böser Magie nix! Und das andere passt auch ...lach... obwohl mir mehr Hormone gefallen hätte, aber das war leider auch etwas mau :-) Ich habe es wohl gut zusammengefasst, den es ist nett für zwichendurch aber leider ohne Nachhal. Das wäre bei "Schuld und Sühne" bestimmt anders, aber ich tu mich mit diesen Autor auch etwas schwer, die schreiben immer so lang und düster ...lach...

      Hab noch einen schönen ersten Advent
      Inga

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