Montag, 11. Januar 2016

Rezension: Juliane Käppler * Die sieben Tode des Max Leif


Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Knaur Verlag
ISBN-13: 
978-3426517253
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 12,99 EUR
Reihe: 1. Teil 
Erscheinungsdatum: Januar 2016 



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Inhalt:
Max Leif lebt seinen Traum: großes Haus, teuer Wagen, mega erfolgreich in der Musikbranche und natürlich mit einer heißen Sängerin liiert. Er ist im Rausch des Lebens, ihm gelingt alles und dann kommt der Knall. Ein Herzinfarkt legt ihn lahm, aber was ihn noch viel schlimmer trifft, ist der plötzliche Tod seines besten Freundes. Von einem Tag auf den anderen ist Paul nicht mehr da, dabei wollten sie doch in den Urlaub. Max ist schwer getroffen, pendelt aus dem Leben aus und als das Flugzeug auf dem Heimflug auch noch in Turbulenzen gerät, ahnt er: er ist als Nächstes dran. So werden Fieber, Husten, Appetitlosigkeit einfach zur nächsten Seuche - wobei Max alles versucht, um dem Tod von der Schippe zu springen. Sein Umfeld reagiert am Anfang belustig, dann besorgt, man versucht, ihn wieder auf den richtigen Kurs zu bringen, aber nichts hilft, der baldige Abschied steht nahe. Max nimmt sein Testament in die Hand und versucht alles zu regeln, bis auf eine Sache, die niemand wissen darf ... Um was handelt es sich? Was für ein Geheimnis hat Max? Welche Krankheiten wird er wohl alles haben? Und kann ihm denn wirklich keiner aus dieser Krise helfen?  

Meinung:
Ich hatte mir von diesem Roman so viel versprochen, aber dass er so klasse wird, ist einfach fantastisch. Max' Geschichte ist herrlich komisch. Er lässt einem wirklich die Haare zu Berge stehen und man denkt so oft: Das ist jetzt nicht sein Ernst, oder? Er wird es noch auf die Spitze treiben. Ja, Max Leif übertreibt es, er spielt völlig verrückt und das Schlimme ist: Er ist einem dabei so sympathisch, dass man ja so sehr mitleidet und seine Wahnvorstellungen gleich miterlebt. 

Da ist Juliane Käppler ein ganz großartiger Buchcharakter gelungen. Max ist also ein Überflieger, ein Alleskönner, ein Macher, und wie es so oft im Leben ist, können die Menschen bei Problemen wenig auf ein soziales Umfeld zurückgreifen. Der beste Freund stirbt und lässt eine riesige Lücke zurück, die Max einfach nicht schließen kann. So steigert er sich von einem Extrem ins nächste, macht seine Hausärztin und Haushälterin verrückt und weiß manchmal selbst nicht, wie ihm geschieht. Er stürzt sich in seine Krankheitstheorien mit aller Kraft hinein und treibt sich selbst in den Wahnsinn. Dabei lässt er so einige Tests über sich ergehen und ich bin ganz ehrlich, ich habe sehr viel mitgelitten, denn ich weiß, wie schmerzhaft eine Rollvene sein kann. Dafür, dass Max also der arrogante oberflächige Typ ist und man ihn eigentlich nicht leiden sollte, schleicht er sich ganz heimlich und schnell ins Leserherz. 

Tja, und genau das sind die große Stärke dieses Romans und das Talent der Autorin. Jede Figur ist einfach unglaublich toll in Szene gesetzt, mit ganz viel Detailliebe lebendig gemacht, und so konnte ich das Buch gar nicht schnell genug lesen. Klar ist Max' Krankheitswahn überzogen, aber es machte mir einfach irre viel Spaß, diesen Wahn mitzuerleben. Dabei seine Selbstgespräche zu hören, wie er sich selbst immer wieder einredet „Ich bin ein Kerl“ und dann beim kleinsten Husten wehleidig zusammenzuckt. Er lässt sich auch gern von seiner Hausärztin drangsalieren und macht jeden Blödsinn mit. Seine russische Putzfrau ist eine Wucht. Mit ihrer Art, ihrem Akzent und ihren Tipps bringt sie nochmals richtig frischen Wind in diese Geschichte. Aber eine habe ich noch nicht erwähnt: Maja, die unfreundliche Barista. Sie schenkt Max nie ein Lächeln und trotzdem spürt man, da ist mehr. Hier ist die Geschichte doch ein bisschen geheimnisvoll und man möchte wissen, warum Max seinen Kaffee bei ihr trinken will. 

Für mich ein absoluter Must Read Roman für jede Lebenslage. Irre komisch und so lebendig geschrieben. Max krempelt sein Leben aus Angst um und wir haben dabei richtig Spaß. Diese Autorin sollte kein Geheimtipp mehr sein, denn was für ein Talent, so wunderbar zu schreiben und einem aus dem tristen Alltag herauszuholen und zum Lachen zu bringen. Ich will mehr Juliane Käppler und ich möchte mehr von Max.

Henry und ich sind ganz große Juliane Käppler Fans und hiermit hat sie sich wieder in unser Herz gelacht, die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Juliane Käppler, Jahrgang 1977, lebt gemeinsam mit ihrem Sohn in Mainz. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und ist seit 2011 als freiberufliche Autorin für verschiedene Verlage und in unterschiedlichen Genres tätig. „Die sieben Tode des Max Leif“ ist ihr erster Roman im Knaur Verlag.



Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Inga,
    und oha oha oha. Also das Buch stand ja schon länger auf meiner Wunschliste aber deine Rezension springt mir ja quasi ins Gesicht, dass ich es lesen MUSS!! :D Ich muss es lesen. Danke, dass du mich nochmal mit der Nase darauf gestupst hast. :D
    Ich freue mich schon sehr darauf es zu lesen. Humorvoll ist immer gut und ich bin ja selbst ein kleiner Hypochonder. ;)

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo liebste Lotta,

      ja du musst es lesen, es ist so herrlich komisch und der Max schleicht sich so schnell in dein Herz, einfach unglaublich! Ich liebe die Schreibe von Juliane so gern und sie hat es einfach drauf! Du musst sie für dich entdenken, UNBEDINGT!!!

      Für so eine Autorin stupse ich dich gern nochmals ...lach... Und was heißt hier du bist selber ein kleiner Hypochonder? Muss ich mir Sorgen machen?

      Dicken Drücker
      Deine Inga

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