Freitag, 12. Februar 2016

Rezension: Renée Ahdieh * Zorn und Morgenröte

Gebundene Ausgabe: 390 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-13:
978-3846600207
Preis: 16,99 EUR
E-Book: 12,99 EUR
Reihe: 1. Teil 
Erscheinungsdatum: Februar 2016
Übersetzer: Dietmar Schmidt


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Inhalt:
Jeden Tag heiratet der Kalif von Chorasam ein anderes Mädchen, nur um sie am nächsten Morgen hinrichten zu lassen. Darunter ist auch die beste Freundin von Sharzad gewesen und sie ist außer sich vor Wut und Machtlosigkeit. In ihrer Trauer schmieden sie einen Plan und meldet sich freiwillig um den jungen Herrscher zu heiraten. Natürlich ist ihr Vorhaben riskant, aber sie hofft schlau genug zu sein, um einen Tag Aufschub gewährt zu bekommen. Als der junge Kalif zu ihr kommt, verstrickt sie ihn nämlich mit einer Geschichte und erzählt so geschickt, dass die spannendste Stelle mit der Morgenröte einhergeht. Sharzad bekommt ihren Tag und ihr Plan das Monster zu töten reift weiter voran. Allerdings lernt sie Nacht für Nacht diesen einsamen, traurigen Mann näher kennen und ist sich nicht mehr sicher, ob sie ihn auch wirklich hassen kann. Was verbirgt der Kalif vor allen? Warum lässt er junge Mädchen sterben? Ist er wirklich das Monster für das ihn alle halten? Und welche Rolle spielt Sharzad in seinem Leben? Warum lässt sein Blick ihr Herz höher schlagen? Und was ist mit ihrem Plan?

Meinung:
Was für ein wunderschönes Cover und wer kennt sie nicht, die Geschichte von Sharzad und ihrer 1001 Nacht. Mit Begeisterung habe ich mich darauf gestürzt, um dann erst mal hart zu landen. Der Anfang war für mich nämlich mehr als holprig, das hatte mit zwei Dingen zu tun. Zum einen musste ich mir erst mal wieder ins Gedächtnis rufen, wie das Original war. Immerhin bedient sich die Autorin einer Geschichte, die ja wohl jeder kennt und da möchte man doch wissen, wo der Unterschied zu finden ist. Zumindest wollte ich das wissen. Tja, und zum anderen, wirft die Autorin gerade zu Anfang mit so vielen orientalischen Begriffen um sich, dass man öfters daran hängen bleibt. Klar möchte sie die Atmosphäre schaffen, aber ich stakste zu erst durch die Seiten und dachte nur, ohje, das kann was werden. Aber als ich dann endlich Zugang zu den Figuren hatte, konnte ich mich der Leidenschaft für die beiden nicht mehr entziehen und war im absoluten Lesesog gefangen.

Sharzad ist eine stolze junge Frau, die sich manchmal ein bisschen überschätzt und trotzdem ihr Ziel nie aus den Augen verliert. Ihren Zwiespalt zu lesen, war wirklich sehr dramatisch. Am Anfang stehen ganz klar, die Wut und ihr Hass, aber auch ihre Angst vor ihrer eigenen Courage und den Tod. Mit der Zeit kommen immer mehr Zweifel an ihren Vorhaben und Gefühlen dazu, die sie nicht einzuordnen versteht. Ach, es war ganz wunderbar durch ihre Augen sehen zu dürfen und man verliebt sich automatisch mit und möchte einfach mehr. Aber so einfach ist es natürlich nicht und Sharzads Kampf ist noch lange nicht vorbei. Aber ich mochte ihren Mut, ihre Art sich gegen alles zu stellen und ihre spitze Zunge, die mich oft zum Schmunzeln gebracht hatte.

Der König der Könige, oder auch Chalid, ist zu Anfang eine mysteriöse geheimnisvolle Erscheinung. Er ist in sich sehr zurückgezogen, wirkt extrem traurig und einsam. Auf keinen Fall wie ein Monster, sondern wie jemand der große Sorgen und Lasten auf seinen Schultern trägt. Er ist jemand, der gern alles mit sich selbst ausmachen möchte, und kämpft innerlich mit seinen Dämonen. Dass er sich ausgerechnet in eine Frau verliebt, die ihn mit hasserfüllten Augen anblickt, ist ihm selbst ein Rätsel, aber er kann dieser Versuchung einfach nicht wiederstehen. Ich muss ja leider gestehen, dass ich für Männer mit großen Herzen und ewiger Pein, eine Schwäche habe und Chalid ist dazu auch noch ein Romantiker, was habe ich mit ihn also mitgelitten und statt, seinem Tode herbei zusehen, wollte ich ihn in die Arme schließen.

Renée Ahdieh hat wirklich was anderes aus der Ursprungsgeschichte gemacht. Ihre Sharzad erzählt zwar auch Märchen, aber wir erleben diese nicht mit, sondern nur als Begebenheit und zum Zweck des Folgenden. Bei ihr steht ganz klar im Vordergrund eine Liebesgeschichte, im Prinzip hat sie die Rahmenbedienungen getauscht, während bei 1001 Nacht nur die Geschichten im Vordergrund standen und die Liebesgeschichte nur den Rahmen dafür gab, ist es jetzt die Liebe von Chalid und Sharzad, die uns gefangen hält und der wir folgen. Ich hatte es ehrlich nicht erwartet, aber ich bin, verzaubert wurden und möchte mehr, mehr von dieser Welt und mehr von diesem Paar, denn der Schluss war ein absoluter Cliffhänger und ich glaube, mit dem nächsten Band geht es erst richtig los. Ich muss den haben, unbedingt, SOFORT!
 
Henry und ich sind verliebt, mehr müssen wir nicht sagen, volle Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:

Renée Ahdieh hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Südkorea verbracht, inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und einem kleinen Hund in North Carolina, USA. In ihrer Freizeit ist die Autorin eine begeisterte Salsa-Tänzerin, sie kann sich für Currys, Schuhe, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern. Mit Zorn und Morgenröte legt sie ihren ersten Roman vor, zu dem es eine Fortsetzung geben wird, an dem die Autorin gerade arbeitet.
 

Vielen lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Hallo Inga! :)

    Ich kann deine Meinung zu dem Buch in jedem Fall verstehen. Ich war tatsächlich schon von der ersten Seite an gefesselt, was vermutlich auch daran liegt, dass ich die Geschichte von 1001 Nacht nicht 100%ig kenne. Wurde da in meiner Kindheit von der Disneyfigur Aladdin wohl ein wenig verhunzt. *lach*
    Ich kann es auch kaum abwarten weiter zu lesen und hoffe, dass der zweite Band ganz bald erscheint! :) Daumen drücken!
    Liebste Grüße, Anna

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    1. Hallo liebe Anna,

      das ist ja schön und WAS!!!! Du kennst das Original nicht, gar nicht, du wärst überrascht, wie viele Geschichten darin stecken und keine großen Gefühle bei Sharzad und den Kalifen ...lach...

      Ich hoffe auch das der Verlag uns hier nicht so lange zappeln lässt und wir bald in den Genuss der Fortsetzung kommen, immerhin will ich dieses süße Liebesgeflüster wieder haben!!!!

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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  2. Hallo Sharon,

    eine wunderbare Rezi und ich warte ebenfalls schon sehnsüchtig auf das Buch. Auch dein Sätze: "Aber so einfach ist es natürlich nicht und Sharzads Kampf ist noch lange nicht vorbei. Aber ich mochte ihren Mut, ihre Art sich gegen alles zu stellen und ihre spitze Zunge, die mich oft zum Schmunzeln gebracht hatte." tragen dazu bei :)

    Liebe Grüße und euch ein schönes Wochenende :*
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      oh, ganz lieben Dank, das freut mich wirklich sehr, wenn es gefällt ...hihi... und was bist du immer süß, wenn du mich wiedergibst :-)

      Aber nun hast du ja auch das Buch und ich wünsche dir unglaublich schöne Lesestunden und ein magisches Wochenende :-)

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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  3. Huhu Sharon,

    und schon hast du mich überzeugt xP.
    Zum Glück durfte das Buch schon bei mir einziehen, was bei all den positiven Bewertungen gar nicht anders möglich war. Ich bin schon sehr auf "Zorn und Morgenröte" gespannt!
    Und auf das Geheimnis, das der Prinz verbirgt!

    Eine wundervolle Rezi hast du geschrieben!

    Alles Liebe,
    Tiana

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    1. Hallo Tiana,

      echt? Habe ich einen guten Job gemacht? YES! YES! YES! ...lach....
      Und schon bei dir eingezogen, na du bist aber eine Schnelle, aber ich wünsche dir ganz viel Spaß und vergnügliche Lesestunden :-)

      Da ich momentan an einer Schreibblockade leide, macht mich dein Lob sehr sehr glücklich, Danke.

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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  4. Hallöchen Sharon,

    ich freue mich, dass auch du in den Bann des Buches gezogen wurdest, denn diese Magie und Leidenschaft ist wirklich unbeschreiblich schön!

    Für mich ganz klar jetzt schon ein Jahreshighlight! Und vielleicht magst du ja auch in meine Rezension reinstöbern? Ich lasse dir mal frech den Link da ;)

    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/02/zorn-und-morgenrote.html

    LG, Mary <3

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    1. Hallo Mary,

      ganz lieben Dank für deinen Besuch und ja, mich hat es wohl doch noch erwischt, damit hatte ich nicht gerechnet ...lach... und naja, Jahreshighlight ...puhhh... das Jahr ist noch jung! Da mag ich mich noch nicht festlegen, auf jeden Fall hat es mich überaus überrascht :-)

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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    2. PS: Ich habe versucht auf deinem Blog zu kommentieren, aber irgendwie klappt es nicht und ich mag jetzt nicht noch neue Einstellungen machen müssen ...lach...

      Deine Rezension hat einen interessanten Ansatz, du schreibst diese an die Autorin, fand ich spannend! Für mich spielt die Geschichte mehr im Arabischen Bereich, den alten Persien, oder heutigen Iran. Eben so in der Ecke und da die Ägypter und die Griechen vor der 1001 Nacht ihre Geschichte schon hatten, kann ich mir schon vorstellen, das ihre Mythen auch in dieses Land vorgedrungen ist...

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    3. Huhu Sharon,

      ja das ist leider ein mir bekanntes Leid und Problem, die Seite nimmt nur Kommentare mit Google- Konto :(
      Ich arbeite schon lange dran, aber irgendwie...

      Danke trotzdem für deinen Besuch ♥♥♥
      Mit dem Ort hast du vermutlich Recht, aber griechische Götter, das war mir irgendwie too much ;)

      LG, Mary <3

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    4. Hallo Mary,

      na dann ist ja gut, ich dachte schon, ich bin zu dämlich dazu ....lach...

      Gern geschehen und es war ja wirklich sehr interessant, aber witzig, das dir das so aufgefallen ist, ich habe das ehrlich gesagt einfach nur gelesen ...hihi...

      Ich schick dir liebe Grüße
      Sharon

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  5. Tahiat, Inga
    Der Zauber des Orients wußte früh die, die ihm erlagen auch zu betören. Wobei das Magische in alten Geschichten mit der Magie vor Orten harmonierte. Zumindest wenn der Blick nicht tiefer ging & über Sklaverei oder Willkür hinweg gesehen wurde. Kein wahres Ideal also.
    Trotzdem ist die Kultur, der Europa jetzt nicht nur frivole Märchen & wissenschaftliche Kenntnis verdankt, reichhaltig, weitsichtig, tolerant - einmal gewesen. Gelehrte, Denker & Künstler prägten das Bild. Im Gegensatz jetzt zu Glaubens-Faschisten reihum.

    Tausendundeinenacht ist ein Paradebeispiel für den Respekt, ja die Bewunderung der Schönheit wie der Sinlichkeit.

    Neue Interpretationen sind hier mehr als nur aktuell, denke ich.

    bonté

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    1. Guten Abend Robert,

      ich habe dich ehrlich schon gesagt vermisst ...hihi...

      Ja der Orient ist unglaublich märchenhaft mit ihren Düften, Farben und Poesie! Was habe ich die Geschichten in meiner Kindheit gemocht... Klar, richtig tief durfte man nicht in die Geschichten gucken, aber seihen wir ehrlich, Märchen können auch grausam sein.

      Ich habe heute gesehen, das es sogar eine ganz neue Version gibt, die in einer alten Bibliothek neu entdeckt wurde ... Das sollte ich mir doch wirklich mal genauer ansehen, oder?

      Aber ich bin erstaund das dieses Jahr so viele östliche Geschichten auf dem Buchmarkt auftauchen, ob unsere Menschlichkeit angesprochen werden soll?

      Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend
      Inga

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