Freitag, 3. Juni 2016

Rezension: Emily Kate Johnston * Tausend Nächte aus Sand und Feuer


Gebundene Ausgabe: 364 Seiten
Verlag: cbt
ISBN-13:
978-3570164068
Preis: 16,99 EUR
E-Book: 13,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: Mai 2016
Übersetzer: Petra Koob-Pawis 


Leseporbe? Kaufen? 


Inhalt:
In einem Dorf mitten in der Wüste herrscht große Aufregung, denn der König kommt und sucht sich eine neue Frau aus. Was eigentlich ein Grund zur Freude sein sollte, ist ein Tatbestand des Schreckens, denn jeder weiß, dass es des Mädchens Todesurteil ist. Noch hat keine der über 300 Frauen die ersten Nächte als Königin überlebt und Lo-Melkhiins Suche nicht beendet. Nun hat er sich das Wüstendörfchen ausgesucht und dort leben zwei Schwestern, eine ist so wunderschön, dass sie der Aufmerksamkeit der Männer sicher ist und die andere ist etwas stiller, aber besitzt das Talent der Weitsicht. So kommt es, dass sich die Stillere für ihre Schwester opfert und mit dem König geht. Aber was wird sie dort erwarten? Wird sie in der ersten Nacht sterben? Warum bringt der König seine Frauen um? Und was wird die zurückgelassene Schwester unternehmen?

Meinung:
Momentan herrscht auf dem Büchermarkt ja ein richtiger Boom nach orientalischen Geschichten und zu fast jeder davon steht die Erzählung von Scheherazade Patin dafür. Also ist die Grundgeschichte, junges Mädchen im Palast des Königs und mit der Angst vor dem Tod, immer dieselbe, aber jede Autorin macht was ganz eigenes daraus. So auch Emily Kate Johnston, und diese Geschichte hat mich wirklich sehr überrascht.

Zu allererst kommt die Autorin ohne Namen aus, bis auf den König Lo-Melkhiin, hat keine Figur einen eigenen Namen, so wird unsere Hauptprotagonistin, Schwester, gepriesene Herrin, Stern meiner Himmel und so weiter benannt. Es ist etwas befremdlich, das keine Figur so richtig angesprochen wird, schafft aber dafür eine ganz besondere Stimmung und man hat nie das Gefühl, nicht zu wissen, um wen es sich dreht. Außerdem wird man so auch automatisch in die orientalische Atmosphäre gezogen, denn die Autorin verwendet sonst kaum passende Begriffe oder Beschreibungen.

Wir haben also ein Mädchen, was sich opfert, um ihre Schwester zu retten, weil sie glaubt, dass diese ein erfüllteres Leben zu erwarten hat. Dabei unterschätzt sie sich und ihren Wert enorm, denn sie ist mutig, klug und hat einen unglaublichen Lebenswillen. So nimmt sie ihr Schicksal an und kämpft auf ganz ungeahnten Pfaden. Lo-Melkhiin ist fasziniert von seiner neuen Frau und spürt, dass er endlich einen Gegner vor sich hat, bei dem es sich lohnt, noch abzuwarten. So geschieht das Unglaubliche, eine Königin lebt mal länger.

Natürlich ahnen wir es, beziehungsweise, ist ja schon im Prolog zu lesen, das im König nicht der Mann steckt, der eigentlich, das Sagen haben sollte und durch seine immer mal wieder erscheinenden eigenen Worte, können wir miterleben, wie es ihn lüstet, die Kraft dieses Mädchen besitzen zu wollen. Denn diese Geschichte wird von Magie beherrscht, von der dunklen, bösen, alles verzehrend wollenden und der saubern, hoffenden und guten Magie. Es ist ein Kampf von Gut gegen Böse, von der unglaublichen Kraft der Liebe zu Geschwistern und den Glauben doch noch einen Weg zum Licht finden zu können.

Was allerdings ein bisschen irreführend ist, ist die Beschreibung auf dem Klappentext, denn von Romantik ist nicht wirklich die Rede. Zumindest nicht die Romantik, die wir uns vorstellen, denn von verliebten Pärchen ist hier keine Spur, denn nicht von dieser Liebe ist hier die Rede. Wer sich also auf eine Liebesgeschichte gefreut hat, wird bitter enttäuscht werden. Allerdings hat mir das gerade gefallen, so hebt sich die Geschichte tatsächlich von anderen ab und schafft was ganz Eigenes, es ist für mich märchenhafter und irgendwie authentischer, wie in alten Märchenbüchern, da spielt die Liebe ja auch nicht immer in romantischem Sinne eine Rolle. Außerdem fand ich die Beschreibungen der Wüste einfach atemberaubend klasse, man merkt das sie dort mal gearbeitet und gelebt hat und so hat sie uns diese Welt wunderbar in Worte eingefangen.

Wer also Mal wieder so ein richtiges Märchen lesen möchte, wo Gut gegen Böse kämpfen und das vor einer unglaublich greifbaren Kulisse, der sollte zu diesem Buch greifen, denn so gern, wie ich auch Liebesgeschichten habe, war ich schnell verzaubert und habe diese Geschichte verschlungen.

Henry und ich haben diesen Wüstenausflug ohne Sonnenbrand überlebt und vergeben vier Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:   

Emily Kate Johnston hat eine Ausbildung zur forensischen Archäologin, ist von Beruf Buchhändlerin und liebt von Natur aus Grammatik. Sie ist sich sicher, dass sie die „reale Welt“ eines Tages verstehen wird, aber bis dahin verbringt sie so viel Zeit wie möglich in anderen Welten. Wenn sie nicht gerade auf tumblr unterwegs ist, träumt sie vom Reisen und von Tolkien. Oder sie schreibt Bücher. Kommt ganz auf das Wetter an.

Quelle: cbt Verlag

Vielen lieben Dank an den cbt Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Huhu liebe Sharon! :)

    Eine wirklich tolle Rezension!
    Ich mag orientalische Bücher unglaublich gerne und dieses hier klingt absolut lesenswert. Kommt deshalb sofort auf meine Wunschliste! ^.^

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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    1. Hallo Jasi,

      ganz lieben Dank, das hört der Schreiberling doch gern :-)
      Also wenn du Märchen magst und mit orientalischen Klang, dann wünsche ich dir jetzt schon bezaubernde Lesestunden ...

      Danke für deinen Besuch und liebe Grüße
      Sharon

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  2. Hey. :)
    schön geschrieben und echt alles mit drin, was es zu sagen gibt. Ich fand auch, dass die Beschreibungen, die Sprache und Ausdrücke eine ganz besondere orientalische Atmosphäre geschaffen haben. Hat mir gut gefallen. Nur die Kräfte am Ende waren mir wirklich zu viel des guten. :D

    Liebe Grüße,
    Liss ♥

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    1. Hallo Liss,

      oh Danke, das freu mein Herz! Und toll du hast es schon gelesen ;-)
      Ich muss gestehen das ich die Kräfte und Kämpfe am Ende völlig okay fand, so ein Disney Film endet ja meistens auch mit einem mega Knall ...lach... aber so hat jeder seinen Geschmack! Dann lass uns das nächste Buch verschlingen ...

      Danke für deinen Besuch und liebe Grüße
      Sharon

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  3. Hallöchen!

    Das hier ist die erste Rezension, die ich zu diesem Buch finde und lese. Ich war ja schon sehr neugierig auf das Buch und wie die Orientgeschichte dieses Mal gestaltet ist. Dass die Figuren keine Namen haben sollen, irritiert mich etwas, ehrlich gesagt. Das stelle ich mir beim Lesen ziemlich schwierig vor (wie soll man da den Überblick behalten wer wer ist?). Ansonsten klingt es aber nach einer spannenden Geschichte, wenn sie eher den Märchen gleicht, wie man sie kennt.
    Ich bin noch etwas Hin und Her gerissen, muss ich sagen. Ich denke, ich warte noch ein paar Rezis ab :)

    Liebe Grüße,
    Laura

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    1. Hallo Laura,

      echt? Es gibt doch aber schon ein paar mehr ... aber es ehrt mich, das ich die Erste bin ...lach... Ich war mal eine schnelle Leserin, kommt ja auch nicht immer vor!

      Ich finde man sollte sich hier nicht so an Tausend und eine Nacht halten, die Autorin macht nämlich wirklich was ganz eigenes daraus und das hat mir besonders gefallen. Mit dem Namen solltest du dich nicht abschrecken lassen, immerhin kommt man super mit und ich glaube in Grimms Märchen hatten die Zwerge noch nicht mal Namen und man kommt trotzdem mit ...lach... Ich hatte zumindest was den Überblick angeht, gar keine Probleme!

      Warte doch noch paar Rezensionen ab und man muss ja nicht alles sofort lesen. Aber ich glaube es wird nicht immer gut abschneiden, da eben viele eine Lovestory haben wollten und kein Kampf um Gut und Böse, der reinen Form...

      Ganz liebe Grüße und danke das du hier warst ...
      Sharon

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  4. Ahoy Sharon,

    nach dem Beenden dieses Buches habe ich ewig gezögert, wie ich es bewerten soll. Denn technisch war es meines Erachtens perfekt, aber der Funke wollte irgendwie nicht überspringen. Mittlerweile habe ich mich entschieden und muss sagen, dass dieses Buch auf jeden Fall eines ist: Außergewöhnlich!

    Ich lasse dann mal frech meinen Link und liebe Grüße da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/06/tausend-nachte-aus-sand-und-feuer.html

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    1. Hallo liebe Mary,

      wie du schon sagtest, die Geschichte ist außergewöhnlich und so ganz anders als erwartet. Ich glaube das, den meisten die Liebesgeschichte fehlt, aber ich fand es so, gerade gut.
      Tja, und manchmal muss man Bücher einfach sacken lassen und eine Weile zur Ruhe kommen, um dann die richtigen Worte zu finden ;-)

      Dann lass uns das nächste Abenteuer suchen und ich schicke dafür ganz liebe Grüße
      Sharon

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