Freitag, 22. Juli 2016

Rezension: Bernhard Aichner * Leichenspiele


Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: btb 
ISBN-13:
978-3442713684 
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Reihe: 3. Teil 
Erscheinungsdatum: Neuauflage Juni 2016
 



Inhalt: 
Max und Baroni führen eine wahre Männerfreundschaft, aber diesmal wird sie sehr auf die Probe gestellt. Baroni steht vor dem finanziellen Ruin und weiß nicht mehr ein noch aus, ganz Österreich weidet sich an seinem Skandal. Hilfe und Trost sucht er bei Max, doch dieser, ist nach den letzten Geschehnissen, noch nicht wieder der Alte, aber er versucht zu helfen. Nachdem sich eine Lösung gefunden hat und die Unruhen der letzten Tage gelegt haben, steht Baroni ganz kleinlaut und verzweifelt vor Max und muss ihm was beichten. Jemand hat ihn Geld vor die Tür gelegt und am Tag darauf hat er ein Paket bekommen, was jetzt verschwinden muss. Max rät ihm, das Geld und das Paket zurück zugeben, aber Baroni hat das Geld nicht mehr. Nun steht Max seinen Freund wieder bei und tut etwas, was ihn wieder einzuholen droht, denn wird es bei einem Paket bleiben? Worin sind die beiden wieder gelandet? Was steckt dahinter? Kann das die Freundschaft verkraften? Und wird Max sein Dorfidyll wieder finden?

Meinung:
Also, ganz ehrlich, wenn die vielen Leichen nicht wären, könnte man hier wirklich sagen, zwei Männer, eine Freundschaft und bloß nicht erwachsen werden. Max und Baroni, zwei die sich gesucht und gefunden haben, gehen durch dick und dünn und erleben wirklich die wildesten Dinge. Hier nimmt uns Bernhard Aichner mit auf eine wilde Fahrt und Verwicklungen, die am Anfang nicht zu ahnen waren.

Max geht es nicht gut, das Schicksal hat es im letzten Band nicht gut mit ihm gemeint und er sucht Zuflucht in der Einsamkeit auf einer Insel in Thailand. Dort klebt er förmlich in seinem grünen Plastikstuhl fest und glaubt, dass seine Wunden niemals heilen würden und das keiner ihn auf seinem Friedhof zurückbringt. Bis Baroni vor ihm steht und um Hilfe bittet. Zuerst will Max nichts hören und auch nicht helfen, aber dann fällt ihm ein, das Baroni ihm immer zu Seite stand, immer alles mitgemacht hat und so hört er der Beichte seines besten Freundes zu und beschließt zu helfen. Es wird kein leichter Weg zurück in die Welt des Dorfes, alles erinnert ihn, alles berührt ihn und die Leere im Inneren ist immer noch nicht geheilt. Aber er hat eine Idee ihm beizustehen und diese setzt er direkt um, Baroni wird jetzt Würstchenverkäufer. Tja, und je mehr er sich wehrt, um so mehr treibt Max ihn dazu an. Er genießt es schon, ein bisschen, ihn leiden zu sehen.

Aber dann schlägt die Geschichte um und das Pech der beiden, immer in skurrile Abenteuer hinein zugeraten, ist wieder da. Zuerst Baroni, der das Geld verzockt und dann kommt die Leiche, die vergraben werden muss. Keiner der beiden will es wahr haben, keiner der beiden kann es glauben und trotzdem tun sie es und verschließen die Augen, bis zum nächsten Paket. Da überrollt sie die Neugier und da passiert was Dummes, und Max und Baroni wollen Abbitte leisten und den armen Toten die letzte Ehre erweisen. Was sie vorher nicht wussten, ist, dass es immer noch Schlimmer kommen kann.

Max und Baroni, diese beiden verbindet so vieles, sie sind einsam in der Gesellschaft, mögen ihre Abgeschiedenheit, sind der Tatenlosigkeit nicht abgeneigt und genießen gern, das eine oder andere Bier. Für beide ist es eine ganz wichtige Freundschaft, sie stehen sich bei, helfen einander und lieben es, sich in wilde Gespräche mit vielen Lachern zustürzen, dass da auch mal ein guter Tropfen Traubensaft rinnt, ist beiden nur recht. Ich finde diese beiden Kerle wirklich amüsant und herzallerliebst, auf was sie immer ihren Kosmos richten, und wie sie sich immer unterhalten, zum brüllen. Das nimmt oft der Geschichte die Schärfe und lässt einem beim Lesen selber hoffen, alles wird gut. Außerdem fragt man sich immer, wie schaffen es zwei erwachsene Mannsbilder, in solche Schwierigkeiten zugeraten. Dazu noch ihr oft jugendlicher Übermut, ihre überbrodelnde Leichtigkeit und ihr grenzenloses Vertrauen ineinander, eben eine wahre Männerfreundschaft.

Bernhard Aichner schafft es auch hier mich in die Geschichte zu ziehen, mich nicht vorher aufhören zu lassen zu lesen, bis die letzte Seite erreicht ist. Es ist eine wahre Gaudi den beiden Protagonisten zu folgen, wenn da nicht die Leichen gewesen wären, die dem allen nochmals eine andere Richtung geben. Der Autor beweist wieder einmal sein Talent, für ungewöhnliche Fälle und trotzdem sind sie aktuell, und zeigt überall ist das Geschäft mit dem Leben und Tod zu Hause, selbst in dem kleinsten Dorf.

Herr Aichner kann einfach fantastisch Unterhalten, sein Erzählstil lässt einen nur so dahin fliegen und seine Figuren wachsen einem so sehr ans Herz. Was mir auch immer besonders, aber auch wirklich immer gefällt, sind seine Dialoge und sein darin enthaltener Humor, das kann ich gar nicht oft genug erwähnen. Außerdem liebe ich dieses Kopfkino, was automatisch beim ersten Wort bei mir ausgelöst wird, diese Bücher, sind einfach besser als jeder Blockbuster. Zudem finde ich es auch immer klasse, das seine Geschichten immer was vermitteln, denn Glaube, Freundschaft, Liebe und Hoffnung, tut unserer Welt verdammt gut und ich bin dann mal in Teil vier versunken.

Henry und ich können einfach nicht genug bekommen und vergeben wieder die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor: 
   
Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Für seinen Thriller Totenfrau erntete er begeisterte Kritiken, er stand damit sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf der Bestsellerliste, der Roman wurde in zwölf Länder verkauft, eine Fernsehserie ist in Vorbereitung.
  
Quelle: btb Verlag
 
Max Broll Reihe:

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