Freitag, 9. September 2016

Rezension: Thomas Thiemeyer * Babylon


Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Droemer Knaur  
ISBN-13:
978-3426653630
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 12,99 EUR
Reihe: 4. Teil
Erscheinungsdatum: März 2016




Inhalt:
Fernab von allem, tief in der irakischen Wüste findet ein Archäologe einen unglaublichen Fund. Die Bedingungen für eine richtige Ausgrabung stehen aber mehr als schlecht, denn die Wüste und die vielen Kriege machen es fast unmöglich Wissenschaftler und Entdecker vor Ort zu holen und den Schatz zu erforschen, sowie zu bergen. So kommt der Multimilliardär Norman Stromberg auf die Idee, sein letztes Abenteuer zu starten und seine Freunde um Hilfe zu bitten. Das bringt Hannah Peter und ihren Mann John Evans auf dem Plan. Der Weg dahin ist allein schon gefährlich und vor Ort stoßen sie auf mehr Rätsel als Antworten. Was soll das für ein Tempel sein? Verbirgt sich wirklich Babylon dahinter? Aber warum ist er in die Erde gebaut und mit vielen Warnungen versehen? Hannah hat kein gutes Gefühl, sie will verschwinden, da auch den Terror des Landes die Fundstelle nicht verborgen geblieben ist. Jetzt heißt es handeln, oder sterben? Was werden sie vorfinden? Und welche Gottheit wird hier ihre Mächte wirken lassen?

Meinung:
Mein Erstes Hannah Peters Abenteuer und ich bin wirklich überrascht, zum einen finde ich den Vermerk Thriller auf dem Cover irreführend, denn für mich ist es eher ein Abenteuerroman mit fantastischen Elementen gewesen, und zum anderen hätte ich nicht erwartet, wie viel politisches Wissen darin steckt. Aber eigentlich sollte ich ja wissen, dass der Autor sich allen rund um annimmt und um die Geschichte perfekt rüberzubringen, die beste mögliche Atmosphäre schaffen möchte. Der Zusatz hinten auf dem Buch trifft allerdings hervorragend zu, der neue Blockbuster, dass passt, denn man sollte, sich das Buch mal als Film vorstellen, das wäre ein Knaller.

So startet er auch direkt im ersten Kapitel mit dem Fund der Ausgrabungsstätte und das lässt er geheimnisvoll und mystisch erscheinen. Damit der Eindruck noch verstärkt wird, passieren in unsere Gegenwart die eigenartigsten Dinge und lassen in diesem Krisengebiet die Luft noch dünner werden. So nimmt er sich der schwierigen Situation im Nahen Osten sehr genau an und lässt sich viel Raum um die brenzliche Atmosphäre einzufangen und dem Leser sehr zu verdeutlich. Dazu bedient der sich ganz tollen Nebenfiguren, wie einen Soldaten des US-Militärs, einer BBC-Kriegsreporterin, Beduinen und auch die IS-Miliz bekommt ihren Auftritt. Er hat jede Stimme aus dem Kriegsgebiet eingefangen und gibt ein grausames, realistisches, aber auch menschliches Gesamtbild wieder. Dieses Zusammenspiel und was der Autor daraus macht waren überaus interessant und man vergaß fast, die eigentlich Geschichte.

Das eigentliche Zentrum der Geschichte, ist ja die Frage, ist es der Turm von Babylon, oder nicht? Hier wird der eigene Entdeckungsgeist geweckt, immerhin wollen wir ja nun wissen, was unter der Erde liegt. Hier kommt dann auch Hannah Peters ins Spiel, die noch immer mit den Folgen von ihrem letzten Abenteuer zu kämpfen hat und solche großen Risiken nicht mehr eingehen will. Dagegen steht ihr großer Gönner Norman Stromberg, der schwer erkrankt ist und unbedingt seine letzte große Entdeckung machen möchte, ihm zur Seite steht Hannahs Mann John, der seine Frau nicht verstehen kann. Immerhin sind sie Forscher, Entdecker und können doch nicht diesen letzten Wunsch, eines Freundes ausschlagen. Stromberg drängt also in dieses Kriegsgebiet vor und möchte unbedingt den Abstieg wagen, dass das auch noch von dem vorherrschenden Krieg begünstigt wird, kann ihm nur recht sein. Und hier beginnt eine fantastische Reise, die durch das Werk von Dante, seiner „Göttlichen Komödie“ angehaucht ist.

Ohne Frage, Thomas Thiemeyer kann wunderbar erzählen und unterhalten, diese Geschichte ist einfach ganz hervorragend, um abzutauchen und der eigenen Welt zu entgleiten. Ich fand den Teil der Schatzsuche sehr spannend und konnte es gar nicht abwarten, bis diese richtig ins Rollen kam. Allerdings nimmt er sich für Sein drum herum so viel Zeit, das man schon zwei Drittel gelesen haben muss, bevor es in den Tempel geht. Diese Geduld wird zwar mit interessanten Nebenfiguren und einem tollen Einblick in Glauben, Religion, Weltsicht und politischen Denken belohnt, bringt aber somit den Spannungsbogen ein bisschen zum Erlahmen. Auch mit seiner Hannah bin ich persönlich nicht ganz warm geworden, vielleicht fehlen mir auch die anderen Teile, um ihre Entwicklung besser zu verstehen. Ich denke, wenn einem diese Persönlichkeit wichtig ist und manche Verknüpfungen besser nachvollziehen mag, muss man ihre drei vorherigen Abenteuer gelesen haben, denn hier wurde schon einiger Bezug darauf genommen. Aber das ist Geschmacksache, dem einen stört es, dem anderen nicht. Zum Ende hin tobte sich der Autor richtig aus und lies uns von einem Höllenszenario zum nächsten schreiten, hier wurde er richtig kreativ und spielte mit dem Vorstellungen des Lesers. Da ich ein kleiner begeisterter Fan von solchen Verbindungen bin, Klassiker in Geschichten einzuweben, fand ich seine Idee sehr ansprechend, auch wenn ich mit dem Ende nicht ganz so warm wurde.

Auch wenn der Autor es nicht gerne hört, ich liebe die Abenteuerfilme von Indianer Jones und auch die Mumie fand ich klasse und wer die mag, wird sich in dem Buch richtig wohlfühlen. Das ist jetzt kein eins zu eins Vergleich, aber der Charme und die Abenteuerliebe kommen genauso gut rüber, nur dass Thomas Thiemeyer unsere Zeit perfekt mit einfließen lässt. Bis auf einige Kleinigkeiten hatte ich wirklichen großen Lesespaß und werde wohl jetzt doch mal zu den anderen Büchern greifen.

Henry und ich hatten eine abenteuerliche Lesereise und vergeben vier Bücherpunkte:

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Über den Autor:


Thomas Thiemeyer, geboren 1963, studierte Geologie und Geographie, ehe er sich selbständig machte und eine Laufbahn als Autor und Illustrator einschlug. Mit seinen Wissenschaftsthrillern und Jugendbuchzyklen, die etliche Preise gewannen, sich über eine halbe Million Mal verkauften und in dreizehn Sprachen übersetzt wurden, ist er eine feste Größe in der deutschen Unterhaltungsliteratur. Der Autor lebt mit seiner Familie in Stuttgart.



Hannah Peters - Reihe:

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 Vielen lieben Dank an Thomas Thiemeyer für das  Rezensionsexemplar.  

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