Sonntag, 16. Oktober 2016

Rezension: Kiera Cass * Siren


Broschiert: 361 Seiten
Verlag: S. Fischer  
ISBN-13:
978-3733502911

Preis: 12,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Oktober 2016

Übersetzer: Anna Julia und Christine Strüh




Inhalt:
Kahlen ist mit ihrer Familie auf einem großen Schiff, als das große Unglück passierte, jeder Passagier und auch die Crew, stiegen freiwillig in die Fluten und ließen sich von dem Gesang in den Tod reißen. Nur sie will leben und hat die Wahl zwischen einen 100 Jahre langen Dienst als Sirene oder dem Tod. Das junge hübsche Mädchen entscheidet sich für das Dasein einer Sirene und ahnt noch nicht, wie schwer ihr die Jahre fallen werden, denn 80 Jahre später, kann sie ihr Leben kaum noch ertragen. Kahlen ist für immer jung, unsterblich und trotz ihrer Schwestern, allein in ihrem Schmerz. Aber dann lernt sie den jungen Studenten Akinli kennen, der trotz ihrer Stummheit, ihr Beisammensein lebendig macht und Kahlen blüht auf. Endlich hat sie jemanden gefunden, für den es sich lohnt zu leben, aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Was wird passieren? Wie soll diese Liebe funktionieren? Und kann das Meer eine Sirene überhaupt gehen lassen?

Meinung:
Kiera Cass hatte mich mit ihrer Selection Reihe total kalt erwischt, normalerweise mache ich mir nämlich gar nichts aus solchen Büchern, aber da rauschte ich förmlich in die Geschichte rein und konnte nicht mehr aufhören. Nun veröffentlicht der deutsche Buchmarkt ihr Erstlingswerk und es hat mal so gar nichts mit Prinzen, Castings, oder Dreiecksgeschichten zu tun. Es geht diesmal ums Meer, um Sirenen und ihre ganz eigene Welt, ob mir das gefallen hat, erfahrt ihr jetzt.

Kahlen ist die Hauptprotagonistin und wurde um 1930 zur Sirene verwandelt. Sie war das älteste Kind in ihrer Familie und wohlerzogen und jetzt steht sie einem ganz anderen Leben gegenüber, als ihre Eltern geplant hatten. Nun ist das Meer ihre Mutter und die anderen Sirenen ihre Schwestern, sie sorgen zusammen dafür, das alles im Gleichgewicht bleibt, und die See ihren Hunger stillen kann. Um dieser 100 Jahre dienen zu können, werden sie unsterblich und sind wunderschön, dürfen aber in der Welt der Menschen nicht sprechen, weil sie mit ihren Stimmen den Tod bringen. Kahlen ist also seit 80 Jahren an ihr Leben gefesselt und kommt immer schlechter damit klar, der ständige Lebenswandel, die Geheimniskrämerei, das Behüten neuer Schwestern und die ganzen Opfer rauben immer mehr ihrer Persönlichkeit. Sie zieht sich zurück, ist lieber für sich und träumt von der großen Liebe. Das ihr die Liebe selber Mal begegnet hätte sie nicht gedacht, aber als Akinli in ihrem Leben auftaucht, beginnen ihre innerlichen Wunden zu heilen und sie hofft, auf ein Leben zu zweit, auch wenn es ein Ding des Unmöglichen ist. Man konnte sich gut ihn Kahlen hineinversetzten und ich gestehe, so bald Akinli auftauchte, bekam man auch als Leser ein gewissen Kribbeln. Allerdings fand ich ihr ständiges Weinen, zerbrechen und zerfleischen schon recht anstrengend und das ist irgendwie mein Knackpunkt an der Geschichte.

Kiera Cass hat ein Talent viel zu schreiben und nicht wirklich viel passieren zu lassen. Das fiel mir schon bei Americas Geschichte auf und bei Kahlen ist es nicht wirklich anderes, bloß das mich das hier gestört hat, wogegen es mir bei Selection nicht wirklich so schwer ins Gewicht gefallen ist. Hier haben wir eine gebrochene Sirene die 80 Jahre durchgehalten hat und jetzt nicht mehr mag, der der ständige Tod zu sehr belastet. Tja und das schreibt sie 200 Seiten lang, am Anfang fand ich die ständige Kasteiung ja noch verständlich und zur Geschichte passend, aber das ging dann fließend in den Liebeskummer über und so leidet man eigentlich nur ständig mit, das war anstrengend und Kahlen ist wirklich nicht gerade eine Heldin, sondern eher ein weinendes Bündel. Die leuchtenden Seiten gehörte wirklich Akinli, sobald er auftauchte, machte es wieder richtig viel Spaß und mit ihm hat die Autorin einen wirklich bezaubernden jungen Mann erschaffen, der einen das Herz vom ersten Augenblick klaut. Allerdings kommt er einfach zu gering drin vor und so kann er die Geschichte für mich nicht ganz retten.

So blieb Siren bei mir ein bisschen blass zurück. Ich hatte zwar vergnügliche Lesestunden und einen süßen Helden, aber das Konzept der Sirenen hat mich nicht wirklich überzeugen können. Eine tyrannische See, die doch einbrach und eigentlich eine ganz liebe ist, Schwestern, die immer zusammenhalten und eine zerbrochene Heldin, die nur weinte, um Akinli, um ihre Schwestern, ums Meer und über alles, was sie sonst zum Weinen brachte, war einfach ein bisschen zu viel des Guten. Ich glaube, hier wäre weniger mehr gewesen und ein bisschen mehr Akinli hätte der Geschichte gut getan. Aber nun gut, es ist ihr Erstling gewesen und man merkt es eben trotz Überarbeitung.

Wer nun aber einfach melodramatischen Herzschmerz haben möchte und gern mit weint und leidet, der ist bei Kahlen genau richtig, und sobald Akinli auftaucht, wird es romantisch und es knistert schön zwischen den beiden. Trotz der vielen kleinen Meckereien hatte ich nette Lesestunden und ein Tag am Meer geht doch immer.

Henry und ich sind traurig, dass uns diesmal die Geschichte nicht überzeugen konnte, so gibt es leider nur zwei Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Kiera Cass wurde in South Carolina, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Virginia. Die Idee zu den ›Selection‹-Romanen kam ihr, als sie darüber nachdachte, ob Aschenputtel den Prinzen wirklich heiraten wollte – oder ob ein freier Abend und ein wunderschönes Kleid nicht auch gereicht hätten ... Mit ihren ›Selection‹-Romanen hat es Kiera Cass weltweit auf die Bestseller-Listen geschafft.




Vielen lieben Dank an den S. Fischer Verlag für das  Rezensionsexemplar.


Kommentare:

  1. Mal eine moderne Version der "kleinen Meerjungfrau" :-) Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das Gejammer auf Dauer etwas langweilig wird..

    Liebe Grüße,
    Mo

    http://mo-schneyder.blogspot.de/

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    1. Hallo Mo,

      naja, so ein bisschen "kleine Meerjungfrau", aber nur ein bisschen, dafür fehlt mir zu viel ...hihi... Ich war sehr traurig, das es nicht meins war ...seufz...

      Aber danke für deinen Besuch und liebe Grüße
      Sharon

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