Mittwoch, 19. Juli 2017

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherbeobachter,

ich weiß ja nicht, warum ich momentan so auf Dorfgeschichten stehe, aber ich mag diese verschwörerischen Gemeinden und es laufen mir gerade so viele über den Weg. Was glaubt ihr nämlich, was ich wieder entdeckt habe? Genau, ein neues Dorf. Zwei Jugendliche durchstreifen, das sommerliche Dorf und stoßen dabei so auf einige Lügen und Unstimmigkeiten. Klingt gut, ihr wollt mehr, dann schaut mal hier:

 
Das Dorf
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 18.08.2017

Der Sommer verspricht schön und langweilig zu werden. Anfangs widerstrebend, dann immer öfter nimmt der siebzehnjährige Maik die erst zwölfjährige Jenny auf seinen Mopedtouren mit; schließlich sind sie die einzigen Jüngeren in ihrem norddeutschen Dorf. Von der Zukunft wissen sie nur eins: So wie die Erwachsenen wollen sie nicht leben, in der kleinen Welt, in der niemand mit sich im Reinen ist – nicht Jennys unzufriedene Mutter, nicht der seltsame Geschäftsmann mit seiner Familie, auch nicht die schöne Verrückte, die alle «die Nackte» nennen. Doch dann entdecken die beiden, dass Jennys Mutter eine Affäre mit dem Großbauern hat, dessen Stieftochter, die Nackte, den Geschäftsmann ein bisschen näher kennt – sie stoßen in ein Dickicht aus Lügen und Geheimnissen vor, sogar auf ein Verbrechen.


Na, was sagt ihr? Zwei total unterschiedliche Jugendliche, das kann doch interessant werden? Wenn ich mich nämlich so zurückerinnere, sind diese zwei Jahrgänge gefühlt Jahrzehnte auseinander. Dazu noch die ganzen Geheimnisse, meine Neugier auf diesen Sommer im Dorf ist geweckt. Eure auch? Wer kennt denn schon Werke der Autorin? Und wer hat es auch für sich entdeckt?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich auf ins Grüne machende, Sharon

Montag, 17. Juli 2017

GOODIE BAG zu verschenken!

Hallo meine Lieben,

gestern habe ich euch von meinem Tag auf der LitBlog Convention erzählt und wer es von anderen oder vom letzten Jahr noch mitbekommen hat, weiß man bekommt immer eine Goodie Bag. Da der Mann und ich ja zwei Tickets hatten, gab es auch für uns zwei Taschen, und da mir eine reicht, möchte ich gern die Zweite mit allem Drum und Dran verlosen, an euch.

Wer also nicht kommen konnte, kein Ticket hatte, oder einfach diese lange Fahrt nicht auf sich nehmen wollte, hat jetzt die Chance ein bisschen LitBlog Convention Luft zu schnuppern. Also schaut euch den Inhalt an, da gibt es einiges zu entdecken :-)

 Bücher, Tee, Süßes und vieles mehr ...


Vorab: Diesmal findet die Aktion auschließlich auf meiner FACEBOOKSEITE statt. 

    
Dort könnt ihr dann in den Lostopf wandern, indem ihr einfach das Bild liked und einen Kommentar da lasst. Das Gewinnspiel läuft einschließlich bis zum 24.07.2017. Teilen und Seite liken ist kein muss, würde mich aber natürlich sehr freuen. :-) Auch das Kleingedruckte findet ihr dort. 

Nun hoffe ich sehr, dass ich euer Interesse geweckt habe und ihr zahlreich mitmacht. Ich freu mich auf euch und wünsche ganz viel Glück. Bitte lasst euch dieses Goodie Bag nicht entgehen!!!! 
 
Ganz liebe Grüße
Eure, gern ein Päckchen packen gehende, Sharon

Sonntag, 16. Juli 2017

LitBlog Convention 2017

Hallo meine Lieben,

am 10.06.2017 war es wieder so weit und die LitBlog Convention ging in die Wiederholung. Da es ja für uns irgendwie ein Heimspiel ist, waren wir natürlich auch wieder dabei. Übrigens scheint immer an Veranstaltungstag die Sonne, ihr lieben Organisatoren, das ist doch ein ganz klares Zeichen. :D

Dieses Jahr startete die Veranstaltung auch früher, da man sich einige Wünsche, vom letzten Jahr, zu Herzen genommen hat. So fand man sich weit vor 11 Uhr ein und konnte sich bei einem Getränk direkt mit anderen unterhalten und Wiedersehensfreude feiern, denn ich finde, das diese LitBlog wie ein großes Klassentreffen ist, und zwar in ganz positivem Sinne, nämlich mit viel Freude und strahlenden Gesichtern. 


Kleine Impressionen.


Die Begrüßung viel kurz und knackig aus und schon ging es zum eigentlichen Programm. Für uns ging es rein literarisch durch den Tag und davon erzähle ich euch nun:

Der Buchumschlag - Eine Frage des Geschmacks?
Julia Krumhauer (KiWi)


Julia Krumhauer, die Frau mit gutem Geschmack.

Ich gestehe gern, dass das eine oder andere Buch allein durch sein Cover in meinem Buchschrank gelandet ist und das ist auch die erste Aussage gewesen: Ein Buchumschlag ist wie ein Werbeplakat! Stimmt, das Auge liest doch auch gern mit. Julia Krumhauer ist beim KiWi Verlag in der Abteilung Werbung für die Gestaltung der Buchumschläge mitverantwortlich und erzählte ein bisschen aus dem Nähkästchen. Welche Schrift man für welches Genre nimmt und wie man sich bei Reihen verhält, wie das mit Bildrechten abläuft und das fand ich interessant. Es ist nämlich nicht so, das man das Recht einmal kauft und basta, sondern es kommt auf die Größe an, wenn man es für ein großes Plakat benutzen möchte, muss man die Bildrechte neu kaufen, krass, oder? 

Danach präsentierte sie uns einige Beispiele und erzählte, wie es ist mit Autoren und ihren Vorstellungen, zu arbeiten. Manche haben nämlich genaue Wünsche und da ist es manchmal schwer Verkaufsargumente und Kunst unter einen Hut zubekommen. So durften wir einige Entwicklungen bestaunen und waren vom Endprodukt überrascht. Diese Zusammenarbeit besteht meist bei den einheimischen Autoren und so gab es dann noch Beispiele von Übersee. Übernimmt man das Cover, ist das für den Markt tauglich, oder verändert man es? Und was ist mit Büchern, die nun als Taschenbuch erscheinen, lässt man das Cover, oder setzt man da neu an. Spannende Fragen und ein wirklich kreativer Aufgabenbereich, ich war oft erstaunt und muss auch gestehen, dass bei diesem Workshop meine Wunschliste gewachsen ist. Ein wirklich toller Einblick und klasse rübergebracht.


John Irvings Ringen und Scheiben
Lektorin Anna von Planta (Diogenes)


Anna von Planta, was für eine wunderbare Rednerin.

Danach ging es zum nächsten Programmpunkt und der führte uns zu Diogenes und Anna von Planta, der Lektorin von John Irving. Sehr lebendig und mit voller Wucht erzählte sie von ihrem Tun und Arbeiten mit diesem großen Autor. Allein wegen ihm wollte sie Lektorin werden und dann passierte auch noch das Unglaubliche. 

Eigentlich hatte ein anderer Verlag die Buchrechte an John Irving, dessen Werke zwar gelobt wurden, sich aber nicht verkauften. Nach zwei Veröffentlichungen hatte dann der damalige Diogenes Verleger, Daniel Keel, die Chance ergriffen und diesen Autor für den Verlag gesichert und Anna von Planta wurde seine Lektorin. Aber es sollten noch einige Bücher ins Land gehen, bis der große Durchbruch kam. Diogenes glaubt an seine Autoren und hält an ihnen fest, wie man sieht, macht es sich bezahlt, denn nun ist jede Veröffentlichung, ein Bestseller.

Aber zurück zur Lektorin, ich fand ihren Vortrag unheimlich beeindruckend, intensiv und ganz klar, eine ganz große Liebeserklärung an John Irving. Man lebte richtig mit und war von ihren Worten gebannt. Übrigens ist sie nicht nur seine Lektorin, sondern gehört auch zu seinem internationalen 10-köpfigen Rechercheteam und darf dazu die Erstfassung eines neuen Roman lesen. Das nenne ich Mal eine gute Zusammenarbeit


Danach gab es eine Pause.
Mit leckeren belegten Brötchen kam man direkt mit anderen ins Gespräch und tauschste sich über Erlebtes aus. Ich mag das.


Heimatgefühle
 Autorinnen Petra Hülsmann und Anna Basener (Bastei Lübbe)


Petra Hülsmann und Anna Basener

Danach entschieden wir uns für die Dachterrasse und den Vortrag von zwei sympathischen Autorinnen, die über die Rolle, der eigenen Wurzeln, beim Schreiben erzählten. Das finde ich persönlich ganz interessant, wohin setzt man sein Setting, muss es unbedingt das Ausland sein, muss ich schon dort gewesen sein und ist meine Heimat wirklich was für meine Geschichten? 

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mich bis jetzt der Roman von Anna Basener vom Titel her "Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte" abgeschreckt hatte. Dabei wurde ich so positiv überrascht, sie ist unglaublich witzig, quirlig und nimmt einen mit ihrem Charme ein. Von Essen nach Berlin gezogen und dann lässt sie den Ruhrpott in ihrer Geschichte wieder aufleben, und zwar ganz stilecht in Plattdeutsch. Da ich selber nicht Platt spreche, bin ja auch nicht hier aufgewachsen, sondern nur eine Zugereiste, freu ich mich unglaublich auf diesen Roman, den ich mir signiert mitnehmen durfte. Naja, der Mann hat ihn mir geholt und hatte beim kleinen Plausch total seinen Spaß. Ist ja auch eine ganz Hübsche ;-)

Mit in der Runde war auch Petra Hülsmann, gegen diese Wucht an Frau, wirkte diese aber leider etwas blasser, aber auch ihr sah man an, dass sie Spaß hatte. Seit ihrem Roman "Hummeln im Herzen" (was ich noch unter anderem Cover kenne! Echt immer verwirrend, diese Veränderungen :)) ist sie aus diesem Genre nicht mehr wegzudenken. Aufgewachsen in einer niedersächsischen Kleinstadt, lebt sie jetzt in ihrer Lieblingsstadt Hamburg und ist dort mit dem Entdecken noch lange nicht fertig. Deshalb ist auch Hamburg in ihren Geschichten der Schauplatz und das wird sich erstmals noch nicht ändern, aber sage niemals nie. Mein Herz ist ihr allerdings zugeflogen, als sie angefangen hat zu schnacken und das hört sich immer noch wunderbar in meinen Ohren an und das Kleid von ihr war klasse. Vielleicht sollte ich wirklich mal ein Buch von ihr lesen. Es ist ja Sommer und ich liebe Hamburg ja auch ...


Shida Bazyar und der "das Debüt" -Bloggerpreis
Autorin Shida Bazyar im Gespräch mit Bozena A. Badura (KiWi)


Debütantin und gleich erfolgreich.

Danach blieben wir direkt sitzen, denn es folgte der "Das Debüt"-Bloggerpreis. Ich muss gestehen, das hat mich neugierig gemacht, was so dahinter steckte, und zwar ein Blog: Das Debüt. Blogger, die sich der Bekanntmachung von Buchneulingen verschrieben haben, denn es ist auf dem Buchmarkt nicht leicht, bei der Masse an Neuerscheinungen wahrgenommen zu werden. So kann jeder deutschsprachige Debütroman eingereicht werden, das Team, von das Debüt erstellt daraus eine Shortlist und dann dürfen ausschließlich Literaturblogger über den Gewinner entscheiden, wenn sie sich als Jurymitglied beworben haben. Eine tolle Idee, aber ich glaube, nichts für mich. Da stoße ich mich nämlich schon an so einigen Eckpunkten ...lach... aber egal, die Gewinnerin von 2016 war auf jeden Fall: Shida Bazyar mit ihrem Roman "Nachts ist es leise in Teheran".

Anschließend folgte ein Gespräch und eine kleine Lesung, aber ich muss gestehen, dass für mich dieser Termin der Schwächste vom Tag war. Ich möchte gar nicht sagen, dass er schlecht war, aber so richtig begeistern konnte er mich auch nicht. Shida Bazyar erzählte zwar sehr interessant aus ihren jungen Leben und über das Schriftstellerdasein, hatte aber auch gegenüber Kollegen so eine ganz andere Ansicht, das hat mich überrascht und erstaunt zurück gelassen. Ich kann meine gemischten Gefühle gar nicht richtig in Worte fassen, also schnell zur letzten Veranstaltung des Tages.
 

100 Bookshops around the world
Buchhändler Torsten Woywod (Dumont Kalenderverlag)


Ein Buchhändler in seinem Element.

Torsten Woywod hatte an diesem Tag sogar zweimal seinen Auftritt mit der gleichen Veranstaltung und wir hatten uns diesen Punkt als Letztes aufgehoben und das war genau die richtige Entscheidung gewesen.

Sehr überrascht über die vielen Teilnehmer, fragte er zuerst, ob wir nicht schon beim ersten Termin dabei waren, denn er erzähle nix Neues, als alle den Kopf schüttelten, war er überraschte, erfreut und legte los. Ein Buchhändler, der ein Experiment startet und sich ins Reisen und Buchläden um die Welt verliebte. Naja, erst war es Europa. Er erzählte unglaublich fesselnd und mit viel Liebe von seinem ersten Abenteuern und lies durch Fotos unsere Bücherherzen schneller schlagen. Wer kennt es nämlich nicht, an fremden Orten Buchläden zu besuchen, um dieses Heimatgefühl zu haben? So war seine erste Reise mit einem Ticket finanziert und er durfte quer durch Europa reisen und seine Erlebnisse kann man in seinem Buch  "In 60 Buchhandlungen durch Europa" nachlesen. Danach kam er zurück und spürte eine ungebändigte Unruhe in sich, das führte schlussendlich dazu, das es ihn zu einem zweiten Abenteuer hinauszog und er sich den schönsten Buchhandlungen der Welt widmete. 

Ich muss sagen, er kann fantastisch erzählen und ich glaube, allen ging es so, man hätte noch länger zuhören können und sich am liebsten selbst sofort an die Orte begeben. Es war wirklich traurig, als die Zeit um war, denn irgendwie hatte man das Gefühl aus einer Blase heraus geplatzt, zu sein. Aber nun gut, alles Schöne endet mal, aber ich muss auch sagen, dass ich mir sofort sein Buch in meiner Lieblingsbuchhandlung bestellt habe und jetzt immer wieder mal schmökern kann.

Übrigens meine Liebeserklärung an meinem Buchladen:

Er mag zwar klein sein, aber besticht aus einem wunderbaren Team und dem Gefühl, immer willkommen zu sein. Danke, dass ihr mein zweites Wohnzimmer seid und meine Leidenschaft versteht.    


Danach ging es ins Foyer und zum essen, plaudern, lachen, kennenlernen und natürlich mussten wir auch Fotos im Fotobulli machen. Irre witzig! Für uns war es eine wirklich gelungene Veranstaltung und wir hatten wirklich schöne ausgelassene Stunden. Natürlich gab es wieder ganz viele Programmpunkte, die wir nicht geschafft haben, aber wir waren sehr zufrieden mit dem erlebten und sagen: Ganz lieben DANK an Bastei Lübbe, Dumont Kalenderverlag, Kiepenheuer & Witsch, Community Editions und Diogenes. Ihr habt das super hinbekommen und erfolgreich das zweite Jahr gewuppt.

Ich hoffe, meine kleinen Erlebnisse haben euch gefallen und nicht gelangweilt ...lach... denn der Beitrag ist länger geworden als gedacht, aber es war so viel, in so kurzer Zeit und ich habe noch nicht mal alles erzählt. Wer war denn auch da? Und hatte genauso tolle Momente wie ich? Wer möchte, dass die LitBlog nächstes Jahr wiederkommt? Ich fänd das nämlich fein ...

Ganz liebe Grüße
Eure, sich gern daran zurückerinnernde, Sharon
 

Freitag, 14. Juli 2017

Rezension: Kate de Goldi * Barney Kettles bewegte Bilder

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Königskinder
ISBN-13:
978-3551560322
Preis: 18,99 EUR
E-Book: 12,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: März 2017
Übersetzer: Ingo Herzke 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Barney Kettle weiß jetzt schon, was er später mal werden möchte, nämlich Regisseur, und zwar ein ganz Großer. Und damit das auch klappt, muss er üben, viel üben und bringt nicht nur seine Schwester in einem Ausnahmezustand, sondern auch alle anderen um ihn drum herum. Doch nach seinem letzten Film, hat er eine kleine Schaffenskrise und wartet auf eine Eingebung. Diese lässt auch nicht lange auf sich warten und schwups ist das nächste mega Projekt in den Startlöchern. Allerdings hätten Barney und seine Assistentin/Schwester Ren nie damit gerechnet, das es so ausarten wird, denn diese Geschichte, ist ihrer Straße gewidmet, und alle wollen mitmachen und zu Wort kommen. Und als ob diese Organisation nicht schon der Horror wäre, finden die beiden bei Dreharbeiten ein ComicZines. Vom wem sind diese Zeichnungen? Wer hat es abgelegt? Und gibt es da noch mehr? Barney und Ren haben alle Hände voll zu tun.

Meinung:
Ich kann euch gar nicht genau sagen, warum mich genau diese Geschichte so angesprochen hat, aber das war das erste Buch, was ich mir aus dem Frühjahrsprogramm heraus gesucht hatte. Ob es an der tollen Gestaltung lag? Oder, weil es um Filme machen ging? Oder am originellen Klappentext? Obwohl dieser nicht all zu viel verrät. Ich weiß es nicht mehr, aber nun wurde es Zeit diese Geschichte kennenzulernen.

Zu erst lernen wir die beiden Geschwister kennen. Barney, der größenwahnsinnige große Bruder, der sich für ein Genie hält und alle nach seiner Nase tanzen lässt, zumindest wenn es um seine Filme geht. Aber ansonsten hat es der 13 jährige auch nicht leichter, als alle anderen. Die Schule hält er für ein lästiges Übel, seine Eltern findet er manchmal zu manipulativ und nur seine Schwester kann seine großartige Arbeit verstehen. So schaut er lieber durch die Linse seiner Kamera, wo er sich sicher und in seinem Element fühlt. Ren dagegen ist weniger Künstler, sondern ein Organisationstalent, oder wie Barney so schön sagt, seine Schrägstrich-Königin. Sie ist also Assistentin, Listen-Macherin, Zeitplan-Überwacherin und vieles mehr, im Universum ihres Bruders, aber vor allem weis sie, wie er zu bewältigen ist. Während er altklug durch die Straßen stolziert und künstlerische Ausbrüche bekommt, hält sie das Ruder in der Hand. Dabei ist sie immer feinfühlig und sieht, trotz ihre dicken Brille, manchmal mehr als ihr Bruder. So ergänzen sich die beiden einfach herrlich und sind ein eingespieltes Team.

Allerdings beginnt die Geschichte auch mit einem Brief und ich fragte mich ständig, wer denn nun die folgenden Geschehnisse erzählt, denn diese Stimme tauchte immer wieder an Kapitelenden auf, aber man wird nicht schlauer. So erleben wir Barney bei seinem Dreharbeiten und somit nahmen auch wir Leser am Leben in der High Street teil, aber sollte das wirklich alles sein? Nein, denn dann kamen die ComicZines und auch ich, wollte wissen, wer dahinter steckte, aber auch das, war mir nicht wirklich genug Thema für dieses Buch. Sollte uns die Reise die gesellschaftlichen Unterschiede aufzeigen? Um es kurz zumachen, ich erkannte den Weg der Geschichte nicht genau und verfolgte diese beiden Ebenen zwar sehr amüsiert, aber auch recht erwartend.

Dazu kam der Schreibstil von Kate de Goldi und dieser hat es mir auch nicht wirklich leichter gemacht. Sie schafft durchaus viel Witz rein und weiß zu erzählen, denn man ist oft durch ihre Bildgewalt einfach mittendrin, im Café oder im Museum. Allerdings fand ich ihre Zeitsprünge und versetzten Erzählungen etwas zäh und mürbe. Sie bauschte gern auf und untermalte vieles und das hat oft Spaß und Lesezeit gekostet. Etwas weniger wäre für mich mehr gewesen und so wäre mir der humorige Teil mehr im Gedächtnis geblieben.

Nun kennt ihre meine kleinen Kritikpunkte und trotzdem hat mich dieses Buch unglaublich bewegt zurückgelassen. Ich bin ja ein Verfechter, immer eine Geschichte bis zum Schluss zu lesen, denn die letzten Seiten könnten ja das Ruder herumreißen und einem nochmals umhauen und genauso war es hier. Dieses Ende hat mich total überrumpelt und ich saß, ausgerechnet ich, mit Tränen in den Augen da und konnte meinem Kloß gar nicht runterschlucken. Mir war während des Lesens gar nicht bewusst, wie sehr mir alle Figuren ans Herz gewachsen waren und welchen nachhaltigen Klang ich dadurch spürte. Ich kann nur sagen haltet durch, es ist was zäh, aber es lohnt sich so sehr, die High Street kennenzulernen.

Barney Kettles bewegte Bilder sind bunt, humorig und viel mehr als nur die Suche nach der besten Kameraeinstellung. Nämlich eine Geschichte, die bewegt, berührt und einen traurig, aber auch mit einem ehrbaren Gefühl, daran teilgehabt zu dürfen, zurücklässt. 


Henry und ich mochten dieses Geschwistergespann sehr und hatten ulkige Lesestunden und dafür gibt es vier Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 
 
Kate de Goldi, geboren 1959, ist in Christchurch aufgewachsen und lebt heute in Wellington, Neuseeland. Für ihre Kurzgeschichten und Romane hat sie bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Für "Abends um zehn" hat sie u.a. den "New Zealand Post Book of the Year Award" und den "Readers' Choice Award" gewonnen und es stand monatelang auf der Bestsellerliste.


Vielen lieben Dank an den Königskinder Verlag für das  Rezensionsexemplar.