Montag, 9. Januar 2017

Rezension: Bernhard Aichner * Totenrausch

Gebundene Ausgabe: 471 Seiten
Verlag: btb
ISBN-13:
978-3442756377
Preis: 19,99 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: Januar 2017




Inhalt:
Blum ist mit ihren Kindern auf der Flucht. Sie versteckt sich in einem fremden Land, mit einer fremden Sprache und fremden Gewohnheiten. Zuerst fühlt es sich wie Urlaub an, aber immer mehr kommt die Sehnsucht nach zu Hause durch, die Kinder wollen nicht bleiben. Blum ist hin und her gerissen. Zurück kann sie nicht, immerhin wird sie als Mörderin gesucht, aber sie möchte ihren Mädchen auch das geben, was sie möchten. Ein Zuhause mit Kirschbaum, einen heimeligen Ort für sie drei. So stranden sie in Hamburg und Blum lässt sich auf einen gefährlichen Deal mit dem größten Zuhälter der Stadt ein. Aber zu erst kommt sie zur Ruhe, führt ein ruhiges Leben, ist für ihre Mädchen da, aber wie lange hält sich der Sturm zurück? Was muss sie tun, um weiterhin unentdeckt zu bleiben? Und kann wirklich alles gut werden?

Meinung:
Lange habe ich auf den Abschlussband der Blum Trilogie gewartet, lange habe ich mir Gedanken gemacht, wie es weiter gehen könnte und überhaupt nicht lang hat das Verschlingen der Seiten gedauert. Es ging wie immer viel zu schnell und man rauscht einfach nur so durch die Seiten. Dieser Schreibstil sorgt immer für einen Lesesog und Blum hat Allerlei zu tun.

Natürlich fragt man sich die ganze Zeit, wie will der Autor diese Reihe abschließen. Nach dem bombastischen Auftakt kann es ja nicht so weitergehen. Blum verändert sich ja, im ersten Band steht die Rache im Vordergrund und dann kommt die Erkenntnis der Taten und jetzt möchte sie einfach keine Mörderin mehr sein, sie möchte aus diesem Teufelskreis raus und ihr Leben zurück. Aber wie stellt man das am Besten an? Und wie unterhält man dabei seinen Leser? Bernhard Aichner geht da seinen ganz eigenen Weg und der war eine gelungene Mischung aus alter und neuer Blum. Man merkt hier total, dass der Autor ein Schlitzohr ist und eine diebische Freude dabei hat uns zu unterhalten.

So entführt uns die Geschichte ins Hamburger Rotlichtmilieu und in die dunklen Abgründe der Nacht. Dabei hat Bernhard Aichner einen ganz hervorragenden Gegenspieler für Blum geschaffen, Egon Schiele. Ein charmanter, gut aussehender und berechnender Mann, der immer weiß, was er will und wie er es bekommt. Einer der sich auf Blums Vorschlag, jemanden für ihn zu töten einlässt, der sie erkennt und dabei sinnlich lächelt. Er kümmert sich um Blum, er gibt ihr ein Haus, Geld und ein Leben zurück, schleicht sich aber zeitgleich hinein. Schiele spielt den Samariter, der aber hinter der Oberfläche lauert und genau plant, wann er seine Schulden eintreibt. Je mehr Sicherheit und Geborgenheit bei Blum und den Mädchen aufkommt, umso gefährlicher wird die Situation, denn irgendwann muss sie wieder töten und der Zeitpunkt rückt immer näher.

Dieses Gerüst ist ziemlich geschickt aufgebaut und der Leser, wird mit jeder Seite ungeduldiger. Ständig fragt man sich, tut sie es wieder, oder kann sie das überhaupt noch? Wie soll so ein Leben aussehen? Welche Lösung wird Blum noch finden? Und, und, und, dabei wird man fast hektisch und kann sich auf andere Dinge im Leben gar nicht mehr konzentrieren. Tja, und das ist nur der Anfang des Buches, es wird spannend und Blum muss wieder mal alles geben und ich liebe immer noch ihre Kurzschlusshandlungen. Denn wer Blum kennt, weiß, sie lässt sich nicht in eine Ecke drängen, denn genau da, kennt sie keine Freunde mehr. Zusätzlich muss ich den Autor danken, er hat zwei Dinge erfüllt, die der Geschichte richtig gut getan haben, Blum fällt bei Männern nicht in ihre alte Muster und schläft mit dem bösen und Reza taucht wieder auf. Was für ein Balsam für die Seele.

Wie ihr seht, ich war wieder total abgetaucht und im Thriller drin. Blum muss sich ihren Weg, wie immer hart erkämpfen und die Abgründe der Menschheit hatten hier auch wieder einen Schauplatz. Unglaublich, wie leicht man es hinnimmt, wenn die Hauptfigur sympathisch ist, dass, da einige Leichen ihren Weg pflastern. Ein gelungener Abschluss, aber auch ein Abschied von Blum und ihren Lieben. Spannend, rasant und aufwühlend.

Henry und ich waren wieder von Anfang bis Ende gefesselt und deshalb gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:
 


Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Für seinen Thriller Totenfrau erntete er begeisterte Kritiken, er stand damit sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf der Bestsellerliste, der Roman wurde in zwölf Länder verkauft, eine Fernsehserie ist in Vorbereitung.

Quelle: btb Verlag 

Brünhilde Blum - Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Bernhard-Aichner/Totenfrau_lid_24633015.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Bernhard-Aichner/Totenhaus_lid_27487123.html?storeID=barbers


1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension
 
Vielen lieben Dank an den btb Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Hallo Sharon <3,

    eine tolle Rezi und ich habe es leider immer noch nicht geschafft, Band 2 zu lesen. Und nun machst du mich mit dem 3. Band noch neugieriger?!

    Ich muss sie bald mal lesen, wäre da nur nicht die blöde Zeit ....

    Liebe Grüße, drück dich :*
    Uwe

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    1. Hallo lieber Uwe,

      ganz lieben Dank, ich freu mich mega, wenn ich dich mit meiner Begeisterung so anstecken kann, das du ein schlechtes Gewissen bekommst ...lach.... Aber mach dir keinen Stress, nimm dir Zeit und wenn es soweit ist, quatschen wir ausgiebig darüber ;-)

      Freu dich einfach, das du das noch vor dir hast!

      Ganz liebe Grüße und feste Umarmung zurück
      Sharon

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  2. Moin moin, Inga
    Mit einer der Vorteile von Winterruhe im Gartenbau ist, daß man/frau früh morgens & unter der Woche Kommentare schreiben kann... ;-)

    Verständlicherweise ein schwerer Balance-Akt, wenn die Protagonistin ihren Kindern ein normales Leben zu geben versucht, während ihr bewußt ist, daß diese Schutzblase auf der Nadelspitze eines blutigen Handels ruht. Suspense!

    Anmerkenswert, daß Blums Gegenspieler den Namen einen österreichischen Malers trägt... ;-)

    bonté

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    1. Mahlzeit Robert,

      man muss halt auch mal die positiven Aspekte des Winters hervorheben und das ist doch was feines ;-)

      Den Balanceakt hat er wirklich klasse hinbekommen und es lass sich wieder ganz wunderbar. Das hat er drauf, der Herr Aichner!

      Der Autor ist ja auch Maler und dazu auch noch Österreicher ;-)

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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