Dienstag, 17. Januar 2017

Rezension: Tom Hillenbrand * Gefährliche Empfehlungen


Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13: 978-3462049220
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 5. Teil
Erscheinungsdatum: Januar 2017 


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Inhalt:
Valerie Gabin hat ihre Idee, ein Firmenmuseum mitten im Paris, aufzumachen umgesetzt und jetzt steht die Eröffnungsfeier an, natürlich darf da ihr Freund Xavier Kieffer nicht fehlen. So steht dieser mitten in den neuen Hallen des legendären Gastroführers „Guide Gabin“ und bewundert dessen Werke, allerdings stellt er fest, dass in dem neuen Museum einige Jahrgänge fehlen. Auf Rückfragen wird ihm erläutert, das gerade die frühen Werke recht selten und schwierig zu bekommen sind, gerade die Ausgabe von 1939 ist extrem vergriffen. Natürlich schafft es Valerie irgendwie an eine zu gelangen, damit wenigsten an dem Abend alles perfekt ist und dann passiert das unglaubliche und die Eröffnung wird zum Desaster und die Ausgabe von 1939 ist verschwunden. Was ist so besonderes an diesem Buch? Xaviers Neugierde ist geweckt und er beginnt ein bisschen nachzuforschen und stößt direkt auf einen Mord. Wieso ist ein so altes Buch gefährlich? Was für ein Geheimnis birgt dieses kleine blaue Buch? Kann Kieffer hier für Klarheit sorgen?

Meinung:
Unglaublich aber wahr, der luxemburgische Koch ist schon zum fünften Mal im kulinarischen Einsatz und ich finde es immer noch spannend, interessant und kein bisschen langweilig. Obwohl man sich fragen muss, wie schafft ein Koch es nur immer in so einen Schlamassel zugeraten. Diesmal deckt er allerdings keinen Lebensmittelskandal auf, sondern taucht in die Historie ab, dabei spielt der Zweite Weltkrieg und die gute alte französische Küche eine Rolle. Diesmal also etwas anders, aber immer noch wird herrlich gespeist.

Xavier Kieffer ist also zur Eröffnung des Firmenmuseums „Guide Gabin“ nach Paris gereist, um seiner Freundin Valerie beizustehen. Dabei hat er aber eigentlich eher das Gefühl im Weg zu sein, als zu unterstützen und so, bleibt er lieber im Hintergrund und studiert sein Umfeld. Natürlich fallen ihm die ganzen Gastroführer ins Auge und er muss sie einfach genauer anschauen. Diese Welt der Sterneküche ist ihm ja nicht ganz unbekannt und so schwelgt er mit gemischten Gefühlen in der eigenen Vergangenheit und fragt sich immer noch, welche Voraussetzungen diese Kritiker verwenden. Immerhin ist Geschmack ja eine eigene Sache. Als allerdings mitten in der Eröffnungsrede des berühmten Gastes, nämlich des Präsidenten, der Strom ausfällt, bricht Panik aus und die ganze Arbeit von Valerie ist dahin. So muss Kieffer seine Freundin trösten, unterstützen, versuchen Lösungen zu finden und zur Hilfe eilen. Dies tut er auch gleich am nächsten Tag und versucht dem Verleiher, der gestohlenen Ausgabe, zu beschwichtigen und gerät dabei in einem Mord.

Wie immer ist Xavier Kieffer wieder mal am falschen Ort zur falschen Zeit und wird in ein Abenteuer geschleudert, was er diesmal selber gar nicht will. Natürlich ist er neugierig, was es mit dieser besonderen Ausgabe zu tun hat, aber das ist nicht seine Welt und somit würde er es eigentlich ruhen lassen, wenn da nicht unschlagbare Persönlichkeiten ihm zum Nachforschen bitten würden. Zum einen ist da Valerie, der er gerne helfen möchte und zum anderen, tritt der Präsident an ihn heran und bittet um mithilfe. So versucht Kieffer sich ein Bild des ganzen zu machen und fühlt sich immer mehr beobachtet. Es scheinen diesmal Kräfte am Werk zu sein, die über die Fähigkeiten eines Kochs hinausgehen. Aber wir kennen doch unseren Hobbydetektiv, aufgeben gibt es nicht.

Tom Hillenbrand überrascht hier mit einem ganz anderen konstruierten Fall und das ist ihm richtig gut gelungen. Immerhin bekommen wir gleich zwei Geschichten auf einmal, naja, eigentlich drei. Die Erste ist der französischen Küche gewidmet, und zwar ihren Wandel, erst die Klassische, dann die Moderne und nun das Beste aus allem. Das erfahren wir durch alte Kochbücher, Erinnerungen von Xaviers Kochlebenslauf und natürlich durch einen kleinen Gastroführer. Die Zweite ist der Vergangenheit gewidmet und hierfür gibt es im Buch sogar einen eigenen Erzählstrang, der zuerst ein bisschen verwirrt, da er uns ins Jahr 1940 wirft, aber dann einfach dem Ganzen noch ein bisschen mehr die Spannung gibt, weil man sich ständig fragt, wohin das alles führt. Momentan scheint die Kriegsgeschichte wieder mehr aufgegriffen zu werden und gerade Frankreich spielt dabei eine sehr interessante Rolle. Tja, und die dritte Geschichte sind natürlich Kieffers Nachforschungen, dabei kommt ein Mix aus Spionage, Rätsel und jede Menge gefährliche Zufälle zusammen.

Mich konnte die Geschichte voll packen, hineinziehen und unterhalten. Natürlich trägt Tom Hillenbrand manchmal was dick auf, aber wer tut das nicht und klar fragt man sich manchmal, woher Kieffer die ganze Freizeit hat, aber er ist nun mal Chef. Aber das Talent, alte Geschichte, mit Politik und auch noch mit aktuellen Themen, wie Terror zu verbinden, beherrscht der Autor einfach sagenhaft. Diese Vermischung und dazu jede Menge gutes Essen, machen diese Geschichten zu was Besonderen und man möchte sofort wieder einen Kieffer Fall haben und weiter in seinem Abenteuer lesen. Der Sherlock Holmes der Küche und dabei so menschlich und sympathisch, bitte kochen sie weiter, Herr Kieffer oder Herr Hillenbrand.


Henry und ich hatten wieder wunderbare Lesestunden und wir mögen einfach diesen Koch und so gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:
 

Tom Hillenbrand, geboren 1972, studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Redakteur bei SPIEGEL ONLINE. Seine Sachbücher und Romane – darunter die kulinarischen Krimis mit dem Luxemburger Koch Xavier Kieffer als Ermittler – haben sich bereits Hunderttausende Male verkauft, sind in mehrere Sprachen übersetzt und standen auf der SPIEGEL-Bestseller- sowie der Zeit-Bestenliste. Für seinen Roman »Drohnenland« wurde er u.a. mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. 

Quelle: KiWi Verlag


Xaiver Kieffer - Reihe:

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1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 3. Teil: Rezension
4. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für das  Rezensionsexemplar. 
 

Kommentare:

  1. Jassu, Inga.
    Die Ihren strafen die Götter mit ungeteilter Aufmerksamkeit; was Wunder also, daß Genies in ihrem Fach von einer Ausnahmesituation in die nächste stolpern. Man/frau könnte auch anmerken, daß der Olymp der Götter zumeist in den Köpfen all der Autoren zu liegen kommt. Es ist, was dem Autor beliebt!

    Manchmal täte "dick auftragen" der modernen französischen Küche gut, wenn ich mir die Ahnung eines möglichen Menus auf einem riesigen Teller memoriere... ;-)
    Banause, der ich bin, stehe ich nun eher auf ordentlich Hausmannskost.

    Monsieur Choco gibt aber einen sehr gefährlichen Augenaufschlag!

    bonté

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    1. Bonjour Robert,

      wenn der Autor dadurch meinen Geschmack trifft und ich super gut unterhalten werden, darf der Olymp gern dort verweilen ...lach...

      Was das Essen angeht, ist Xavier eher der Koch der guten Hausmannskost mit dem gewissen etwas, glaube mir ich hatte bis jetzt immer Hunger ...lach... und dabei bin ich auch kein Freund der Moderne. Also sind wir das schon zu zweit ;-)

      Schoko war nicht ganzso willig, wie gehofft, aber ich glaube, es kann sich sehen lassen.

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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  2. Peinlich, peinlich... ich habe noch keinen Band gelesen! Das sollte ich ja dringend nachholen, so begeistert, wie du klingst! ♥

    PS: Eure Fotos sind einfach zuckersüß! Ich muss jeden Tag grinsen, wenn ich bei euch stöbere. :-)

    Liebste Grüße,
    Nana ♥

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    1. Hallo liebe Nana,

      was bitte ist den peinlich! Wir können doch nicht alle Bücher der Welt lesen, dazu fehlt uns doch leider die Zeit! Auch wenn wir das gerne möchten ..lach.. Aber es freut mich sehr, wenn ich dir diesen Autor schmackhaft machen konnte ;-) Ich mag einfach diese Reihe und diesen Koch, außerdem liebe ich die Art wie Tom Hillenbrand schreibt und uns einen Blick in eine Welt werfen lässt, die man sich als Gast schwer vorstellen kann ... Also, wenn das immer noch Neugierg macht, ran an den Kochtopf, oder Buch ;-)

      Ach, das ist aber lieb und das schönste Kompliment was ich bekommen habe, so macht sich die Arbeit bezahlt! Danke und ich freu mich so sehr, das wir dir ein Lächeln zaubern können!
      Allerdings sind deine Fotos immer wunderschön!

      Ganz liebe Grüße und danke für deinen Besuch
      Sharon

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