Donnerstag, 9. Februar 2017

Rezension: Susan Ee * Angelfall: Tage der Dunkelheit


Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Heyne 
ISBN-13:
978-3453317482
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: Januar 2017
Übersetzer: Sonja Rebernik-Heidegger




Inhalt:
Penryn hat es geschafft und ist nicht nur den Klauen der Engel entkommen, nein, sie hat auch noch ihre kleine Schwester befreit und zurück geholt. Allerdings ist Paige verändert und macht den Leuten Angst, sogar Penryn weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Je ungewöhnlicher sich die Familie verhält, umso mehr Unruhe lösen sie bei den Rebellen im Unterschlupf aus und Penryn kann nicht immer zur Stelle sein. So passiert es, dass ihr kleine Schwester spurlos verschwindet, ihre Mutter wieder mal ausflippt und ihr nichts anderes übrig bleibt, als sich der Welt zu stellen und ihre Familie zusammen zuhalten. Nur ist diesmal kein Raffe an ihrer Seite, aber das hält Penryn nicht auf und so dringt sie wieder in die Welt der Engel ein und erfährt von einem Plan, der alles auslöschen könnte. Wird Penryn ihre kleine Schwester finden? Was verfolgen die Engel wirklich und welcher Plan soll da umgesetzt werden? Und wird sie wieder auf Raffe treffen?

Meinung:
Was war ich damals vom ersten Band begeistert, diese Mischung aus bösen Engelen und tapferen Mädchen fand ich so gelungen, das ich das Buch wie im Fluge durchgelesen hatte und mich wie infiziert, fühlte. Nur ging es dann nicht weiter und sehr lange musste der deutsche Markt darauf warten, aber nun endlich ist die Fortsetzung da. Allerdings mit neuem Buchformat und neuem Cover, ich persönlich finde es etwas schade, da ich das Hardcover, sowie die alte Gestaltung gelungener fand, aber es zählt ja der Inhalt und wer bin ich, dass ich mich in Verlagsentscheidungen einmische, die werden schon ihre Gründe haben.

Der zweite Teil schließt nahtlos an den Ersten an und so steckt Penryn noch in ihrer Lähmung und muss zusehen wie Raffe wegfliegt und ihre Familie sich auf engen Raum bei den Rebellen Platz verschafft. Die Stimmung im Wagen ist alles andere als Freude über den Sieg, sondern feindselig, angstvoll und knapp vorm überschwappen zum Tatendrang. Penryn, ihre verrückte Mutter, so wie die Andersartigkeit ihrer Schwester sind nicht willkommen im Camp und so stehen alle mächtig unter Druck. Alle glauben, dass es bei ihnen nicht mit rechten Dingen zugeht, immerhin wurde Penryn von einem Ungeheuer gerettet und die kleine Schwester sieht zum Fürchten aus, so entstellt ist sie von den Engeln zurück gekommen und naja, über die Mutter müssen wir nicht reden. Aber auch unsere Heldin hat Probleme mit Paige und ihrer Veränderung umzugehen, so streift sie lieber durchs Lager, oder versucht Essen für sie aufzutreiben, als sich wirklich mit ihr zu befassen. Warum hat man es ihr angetan? Wofür soll das nütze sein? Wieso ist ihre kleine Schwester jetzt ein Monster? Penryn ist verwirrt, verzweifelt und sehnt sich zusätzlich noch nach Raffe. Als es dann auch noch bei den Rebellen zu einem Angriff der Engel kommt und Paige verschwindet, kehrt Penryn in ihre Rolle zurück, nichts, aber auch gar nichts zerreißt ihre Familie.

Seien wir ehrlich, irgendwie ist der Ausgangspunkt ähnlich wie in Band eins, Penryn sucht ihre kleine Schwester und Raffe immer noch nach seinen Flügeln, aber soll ich euch was sagen, das war mit total egal. Ich finde, es musste in diese Richtung irgendwie gehen, immerhin haben sie Paige total verstümmelt und verändert, das musste doch einen Sinn haben und so müssen die Bösen ihr Experiment doch zurückholen. Außerdem wollen wir doch wissen, was diese Engel vorhaben, warum sie hier sind und was zum Teufel diese Forschungen sollen, zudem wollen wir doch das Penryn wieder in die Schlacht eintritt und für Wirbel sorgt. Allerdings müssen wir sehr lange ohne Raffe auskommen, fast zwei Drittel des Buches glänzt er durch Abwesenheit, aber das ist zu verschmerzen, denn die Autorin lässt ihn anders präsent sein. Das fand ich überhaupt total gelungen, denn Penryn freundet sich mit seinem Schwert an und dieses, lässt sie im Traum Erinnerungen und Gefühle von seinem Besitzer sehen und diese Einblicke waren mehr als nur interessant. Aber ganz ehrlich nichts ist schöner, als wenn diese beiden sich in die Haare bekommen und sich einen Wortschlagabtausch liefern.

Für mich hat Susan Ee einen guten Mittelband abgeliefert, es ist spannend, immer noch wahnsinnig schnell zu lesen und man verfällt so richtig in einem Lesesog. Außerdem spinnt sie ihre Welt weiter, es wird immer düsterer, aber so langsam lässt sie uns Leser dahinter schauen, was die Engel wollen und planen. Genauso entwickelt sie ihre Figuren weiter, Penryn die immer noch einen übergroßen Beschützerinstinkt hat, muss jetzt mit einer Schwester umgehen, vor der sie selbst mit Angst und Abscheu zu kämpfen hat. Es zerreißt sie innerlich, aber auch ihre Sehnsucht nach einem gewissen Engel, bringen sie total aus der Bahn. Aber sehr lange hat sie für ihre Grübeleien keine Zeit, sie muss in diese erschreckende Welt hinaus und sich allem in den Weg stellen, was Flügel hat.

Ich bin immer noch total begeistert von der Reihe und finde sie so nüchtern erzählt, mit ironischem Humor bespickt, realistisch rüber gebracht und sie kann sich an den großen Dystopien messen lassen. Was bin ich gespannt, wie es mit dem ungleichen Team weitergeht, und kann es kaum erwarten, in Teil drei abzutauchen.

Henry und ich waren auch beim zweiten Band wieder voll dabei und vergeben deshalb die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:

Susan Ee war zunächst Anwältin, bevor sie beschloss, ihre Leidenschaft für die Literatur zu ihrem Beruf zu machen. Sie studierte Kreatives Schreiben in Stanford und Clarion West und arbeitet nun als Autorin und Filmemacherin. Sie lebt in San Francisco, Kalifornien.


Quelle: Heyne Verlag 


Angelfall - Reihe:
 
https://www.genialokal.de/Produkt/Susan-Ee/Angelfall-01-Nacht-ohne-Morgen_lid_28953683.html?storeID=barbers

    1. Teil: Rezension I 3. Teil: Erscheinungsdatum ?


Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Huhu :)

    Ja, dieser Band war wieder unglaublich gut. Ich persönlich fand ihn sogar besser als den ersten, weil es einfach noch blutiger und noch skurriler vor sich ging.

    "[...] Penryn sucht ihre kleine Schwester und Raffe immer noch nach seinen Flügeln ]...]" - Du hast ja Recht. Aber es war trotzdem toller x) Auf schräge Art und Weise.

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Hallo Sarah,

      schön, das dir der zweite Teil auch so viel Spaß gemacht hat und man, da hat die Autorin was tolles geschrieben :D

      Also mir hat der ähnliche Ausgangspunkt nix ausgemacht und irgendwie musste das ja auch so kommen, ich fands trotzdem, unglaublich unterhaltend.

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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