Freitag, 7. April 2017

Rezension: Katherine Heiny * Glücklich, vielleicht


Gebundene Ausgabe: 256 Seiten 
ISBN-13: 978-3455405477
Preis: 20,00 EUR 
E-Book: 15,99 EUR 
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: August 2015
Übersetzer: Marion Hertle 


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Inhalt:
Die Liebe ist kein leichtes Ding. Maya liebt zwar ihren Freund, schwärmt aber auch für ihrem Chef. Gwen ist heimlich in ihren Mitbewohner verliebt. Tja, und Sasha begegnet der Frau ihres Geliebten. Viele kleine Geschichten, über die Liebe und ihre Schwierigkeiten und alle aus der Sicht einer Frau. Verhalten sie sich immer richtig? Warum entwickelt man immer Gefühle für den Falschen? Und kann man in dem Strudel der Emotionen die richtigen Entscheidungen treffen?

Meinung:
Seien wir ehrlich die Liebe ist nicht immer einfach und so fand ich allein das Cover des Buches schon sehenswert, denn diese Schuhe haben es in sich und die erzählten Einblicke in den Geschichten auch.

Wir erleben elf Kurzgeschichten rund um Paare und ihren Problemen. Wie zum Beispiel, zu den Gefühlen zu stehen, oder den Richtigen zu finden, ehrlich sein, oder über diese miteinander zu sprechen, denn wir wissen doch alle am Besten, dass Mann und Frau es beherrschen, sich misszuverstehen. Ich werde zu den einzelnen Figuren und Erlebnissen nichts verraten, das muss jeder selbst auf sich wirken lassen.

Katherine Heiny ist eine gute Beobachterin, sie nimmt sich ihren Figuren sehr an und beschreibt ihre Begebenheiten realistisch und schonungslos, dabei aber immer mit Fingerspitzengefühl und Sensibilität. Mich konnten die Gefühle und Probleme erreichen, man spürte oft die Unsicherheiten und die Sorgen, vieles war nachvollziehbar und mit den heutigen gesellschaftlichen Ansichten verstrickt. Immerhin ist es nicht einfach einen passenden Partner zu finden, erst recht nicht, wenn es um starke Frauen geht. Allerdings gab es für mich einen Wermutstropfen, denn Frau Heiny bringt das Thema Fremdgehen, hier sehr in den Vordergrund und so lässt sie uns, an die wirkliche Liebe, nicht glauben. So realistisch das gemeint ist, möchte man doch, an die eine große Liebe festhalten.

So habe ich, alle Geschichten, in größeren Abständen genossen, aber auch so meine Gedanken dazu gemacht, denn es regt zum Nachdenken an. Liebe ist manchmal Chaos, Unsicherheit und einfach unberechenbar. Katherine Heiny hat dies aber toll eingefangen, mit Witz, Melancholie und Feingefühl erzählt. Für alle, die es realistisch mögen und nicht immer einen Traumprinzen haben müssen.
 
Henry und ich hatten interessante Einblicke und so gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:

Katherine Heinys Kurzgeschichten sind im New Yorker, in Ploughshares, Narrative, Glimmer Train und vielen anderen Zeitschriften erschienen. Sie lebt in Washington, D. C., mit ihrem Mann und ihren Kindern. 2015 erschien ihr von der Presse gefeiertes Debüt Glücklich, vielleicht bei Hoffmann und Campe.


Weitere Werke der Autorin:

https://www.genialokal.de/Produkt/Katherine-Heiny/Gemischte-Gefuehle_lid_31914762.html?storeID=barbers

 Erscheinungsdatum: 16.05.2017

Vielen lieben Dank an den Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Sali, Inga.
    Weil die Liebe unberechenbar ist, versuchen sich die menschlichen Gesellschaften darin sie zu zähmen, ihr eine Ordnung entgegen zu stellen. Vermutlich ist die Heirat eine der ersten Umsetzungen dessen, um dem befürchteten Durcheinander (sic!) entgegen zu wirken.
    Wobei die Menschen doch experimentierfreudig blieben, in den Ausprägungen der Details.
    Tiefpunkt der Institution Ehe war & ist für mich deren Missbrauch als Mittel zum Zweck; dem Erlangen von Ansehen, Macht, Reichtum oder Vorstellungen von diktierter Moral. Im Grunde sind arangierte Ehe nicht viel anderes als eine Form der Sklaverei.
    Bevor sich Deine Stirn in Zornesfalten legt - das Versprehen der Zweisamkeit ist dem Romantiker in mir hoch angesehen. So dessen Fundament Gleichheit & Freiheit ist.

    Du siehst, ich philosophiere schon wieder zuviel...

    Stimmt, die große Liebe ist ein Ideal; ein Ideal aus dem sich die Kraft für den Alltag ziehen läßt. Liebe ist der Garten, in dem die Arbeit nie ein Ende findet - sage ich jetzt mal so. :-)

    Schön von Dir, daß Du einem Buch mit Kurzgeschichten die Ehre gibts, weil solche es im deutschsprachigen Raum eher schwer haben. Die Tendenz scheint da eher zum Roman als Schwarte zu gehen. ;-)

    Buch & Rezension, die Anstoß zu Gedanken geben - was will man/frau mehr.

    bonté

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    1. Mahlzeit Robert,

      kritischer Blick, aber moralisch in einigen Punkten zu wahr. Man sollte eigentlich glauben, das wir uns in vielen weiterentwickelt hätten, aber es gibt immer noch Zwang, Macht, Unterdrückung und Missbrauch. Was an sich wirklich traurig macht ... und gerade die Liebe doch eigentlich was schönes sein soll.

      Bleiben wir doch lieber bei der Romantik, das fühlt sich irgendwie besser an :-)

      Eigentlich bin ich ein alles Leser und dieses Buch habe ich schon vor Ewigkeiten gelesen, nur nie die Zeit gefunden und die richtigen Worte, es ist schwer, solch ein Buch zu beschreiben ...hihi.. aber es scheint mir gelungen zu sein :-)

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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