Montag, 24. April 2017

Rezension: Sara Pennypacker * Mein Freund Pax

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN-13: 
978-3737352307  
Preis: 16,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: März 2017
Übersetzer: Birgitt Kollmann
Illustrator: Jonathan Klassen 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Peter ist auf dem Weg zu seinem Großvater, aber nicht zum Besuch und auch nicht auf seinen Wunsch, sondern er soll bei ihm leben. Sein Vater muss nämlich in den Krieg ziehen und allein im alten Haus kann er nicht bleiben, allerdings gibt es ein großes Problem, nämlich Pax. Pax ist ein Fuchs, den Peter als Welpe gerettet hat und jetzt sein bester Freund ist, alles machen sie zusammen, beide sind unzertrennlich und jetzt verlangt sein Vater, dass er ihn in der Wildnis aussetzt. Peter bricht das Herz und Pax kennt sich mit der Situation überhaupt nicht aus, aber beide wissen, sie müssen sich wieder finden. Wie weit werden die beiden getrennt sein? Wie will Peter das schaffen? Kann Pax sich im Freien zurechtfinden? Und das Wichtigste werden sie sich überhaupt wieder finden?

Meinung:
Als mir dieses Buch vorgestellt wurde, war ich sofort Feuer und Flamme, jeder, der ein Herz für Tiere hat, kann mich, glaube ich zumindest verstehen. Außerdem fand ich es faszinierend, wie ein kleiner Junge diese Strecke schaffen möchte und was Pax in dieser Zeit macht. Ich war unglaublich gespannt, wie die Autorin das umsetzt.

Peter ist in seinen jungen Jahren schon recht gebeutelt, seine Mutter ist verstorben und sein Vater kann so gar nicht mit Kindern. Er hat da wirklich kein leichtes Los gezogen, aber er hat Pax, seinen Fuchs. Als Welpe hat er ihm vor dem sicheren Tod gerettet und nun, kann er sich ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Er hat sich über sein Tier auch schlau gemacht und weiß besser als jeder Förster, was ein Fuchs braucht. Zusammen sind sie eine kleine Welt und spüren, wenn es dem anderen nicht gut geht. Als Peter dann, mit den Veränderungen konfrontiert wird, ist er mit der Situation so überfordert, dass er sich den Willen seines Vaters beugt und das Wichtigste in seinem Leben zurücklässt, seinen besten Freund. Verzweifelt, tot traurig und mit dem Wissen das Schlimmste überhaupt gemacht zu haben, entschließt er sich, den Fehler wieder zu korrigieren und seinen Fuchs wieder zu holen, komme, was wolle.

Ich muss ja gestehen, Hut ab, vor diesen 12 jährigen Jungen, für seinen Mut, seine Willensstärke und seine Beharrlichkeit, ich befürchte, dass ich mich das nicht getraut hätte, aber hier herrschen auch andere Zeiten und bei solch einem Freund, wächst man doch über sich hinaus. Ein Tier ist nun mal doch mehr als nur ein Tier, es ist ein Familienmitglied. So begibt sich Peter auf eine Reise, die zu einem richtigen Abenteuer ausweitet und ihn vor vielen Aufgaben stellt, die er überwinden muss. Allein was er bei Vola lernt, bei der er zwischenzeitlich strandet, ist unglaublich.

Aber auch der Fuchs bekommt eine Erzählstimme und das fand ich äußerst interessant und spannend. Pax kennt ja nun nichts anderes wie seinen Freund und das er Nahrung von ihm bekommt, nun sitzt er mitten im Wald und wartet. Dabei hört er nun fremde Geräusche, sein Magen knurrt und es wird immer Dunkler. Pax weiß nicht ein, noch aus und wo er hin soll, nur, dass er zu seinen Jungen zurück möchte, aber wie. Natürlich wird auch bei ihm einiges passieren und er muss sich ja irgendwie zurechtfinden, aber seine Sehnsucht nach seinem Jungen bleibt ihm ein ständiger Begleiter.

Dieses Zusammenspiel von Besitzer und Haustier fand ich so wunderbar in Szene gesetzt, das einfach bestätigt wird, unterschätze nie die Liebe zu einem Tier. Die Autorin beschreibt abwechselnd die Situationen von Peter und Pax und das tut sie extrem einfühlsam, nachfühlbar und unglaublich mitreißend, so dass man kaum dieses Buch aus der Hand legen kann, da man einfach wissen möchte, wie geht es weiter, was passiert noch und gibt es ein Happy End. Dazu noch die tollen stimmungswiderspiegelnden Illustrationen von Jon Klassen, die das Ganze einfach klasse abgerundet haben. Ein Buch, was man mit seinen Kindern zusammenlesen sollte, einfach weil es so viel Stoff zum Entdecken und Fragen geben wird. Ich kann mir das richtig schön zum Vorlesen vorstellen, da auch die Wortwahl einfach passend gewählt war.

Eine tolle Geschichte über Freundschaft und wie weit man dafür geht. Auch die Familie spielt eine große Rolle und wie wir lernen, zu lieben und los lassen zu können. Ein wirklich großartiges Kinderbuch, was man gelesen haben muss, auch wenn es nicht immer leicht verdaulich ist. 


Henry und ich mochten den Perspektivwechsel und vergeben die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:
 
 

Sara Pennypacker wurde 1951 in Massachusetts, USA, geboren, wo sie auch heute noch lebt. Sie gehört zu den bekanntesten Kinderbuchautorinnen Nordamerikas, und ihre Bücher wurden vielfach ausgezeichnet.



Vielen lieben Dank an den Sauerländer Verlag für das  Rezensionsexemplar. 


Kommentare:

  1. Huhu meine Liebe! :)

    Hach, was für eine schöne Rezension! Ich liebäugel auch schon länger mit dem Buch und hab gerade eben noch auf einem anderen Blog geschrieben, dass ich es auf meiner Wunschliste habe, weil ich das Cover so schön finde und die Geschichte so toll klingt! Ich liebe Tiere ja auch so sehr und nun nach deiner Rezi bin ich mir ganz sicher, dass es bei mir einziehen wird :) Du sagst ja auch, dass es nicht immer leicht verdaulich ist und das macht mich sehr neugierig muss ich sagen (es klingt nach einem Kinderbuch mit Tiefgang).

    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Hallo liebe Laura,

      vielen lieben Dank, es freut mich mega, wenn ich das letzte Zünlein ander Wage bin :-) Oh ja, es ist nicht einfach, weil es eine schwierige Zeit ist und beide einen schweren Weg gehen, da muss man manchmal schon schlucken, also lass dich überraschen und geh auf Suche. Ich wünsch dir jetzt schon viel Lesespaß ...

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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  2. Servus, Inga.
    Die Mutter verloren, der Vater ein Stoffel - mehr als nachvollziehbar, dass der Junge das Wesen um sich haben will, das ihm am meisten Bedeutung schenkt. Zumal die Trennung von Pax (Lateinisch: Frieden!) mehr als nur schmerzlich für Peter sein düfte.

    Interessant wäre für mich der Zeitkontext, in dem das Buch spielt; ob die Story zeitlos erzählt wirkt, oder ob die Welt da draussen von sich reden macht.
    Ich tippe auf ein eher märchengleiches nimmerwann.

    bonté

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    1. Guten Abend Robert,

      genau, da braucht man einfach Liebe und zwar bedingungslose und diese bekommt man meistens von Tieren, ich kenne das ja auch, meine kleinen Sonnen, ein Leben ohne, nicht vorstellbar.

      Tja und der Fuchs, der Kommentartoren, liegt wieder richtig, es sind schwere Zeiten im nimmerwann. Tolles Wort

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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