Donnerstag, 21. September 2017

Rezension: Neal Shusterman * Scythe: Die Hüter des Todes


Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN-13:
978-3737355063
Preis: 19,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: September 2017
Übersetzer: Pauline Kurbasik und Kristian Lutze 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Die Menschheit hat es geschafft und Krankheiten, sowie den Tod, besiegt. Nun leben alle in einer Welt, die weder Armut noch Krieg kennt. Allerdings wächst die Bevölkerung weiter an und dem entgegenzuwirken wurden die Scythe ins Leben gerufen. Sie wurden ausgewählt, um zu töten und für das Gleichgewicht zu sorgen. Sie müssen entscheiden, wer leben darf oder nicht. Dafür haben sie sich für ihr ganzes Leben verschrieben. Um ein Scythe zu werden, muss man bestimmte Eigenschaften an den Tag legen, wie Reue, Mitleid und Gefühle, denn es soll nie leicht werden, diese Berufung auszuüben. So kommt es das Citra und Rowan auffallen und widerwillig in eine Ausbildung rutschen, die sie sich selbst nie ausgesucht hätten. Aber am Ende wird nur einer von beiden auserwählt werden. Da sie beide Lehrlinge von einem Scythe sind, wird ihnen noch eine besonders harte Bürde auferlegt, denn der Auserwählte muss als erste Aufgabe, den anderen töten. Wie werden Citra und Rowan darauf reagieren? Sind sie wirklich bereit Scythe zu werden? Und welche Steine werden ihnen noch in den Weg geworfen?

Meinung:
Was für eine Grundgeschichte, eine Welt, in der die größte Angst besteht, einen Scythe zu begegnen. Naja, und sich resetten zu lassen, man möchte ja mit 160 Jahren immer noch wie 28 aussehen. Aber kann solch ein System funktionieren? Und dann diese beiden, zwei Lehrlinge die zusammen lernen und wissen, dass einer am Ende sterben muss. Was macht das mit ihnen? Wie gehen sie damit um? Dieses ganze Gemisch macht unglaublich neugierig und ich war auf die Umsetzung total gespannt. Ob es mir am Ende auch gefallen hat, erzähle ich euch jetzt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Citra und Rowan erzählt und nach jedem Kapitelende, bekommen wir Einsicht in das Nachlese-Tagebuch eines Scythes. Nachlesen ist übrigens das nettere Wort für Töten. Außerdem gibt es fünf Abschnitte, die sich der Entwicklung des Geschehens aufteilen. Der Erste widmet sich der Auswahl und wir lernen beide Hauptfiguren kennen. Citra ist impulsiv, strebsam und gibt ungern auf. Dagegen haben wir Rowan, mit seinem Einfühlungsvermögen, seiner guten Beobachtungsgabe und seiner ruhigen Art. Beide ergänzen sich gut, unterstützen sich, versuchen einander zu helfen und geraten dadurch in größere Probleme. Zwischen ihnen bannen sich auch Gefühle an, die sie nicht haben dürfen und wer hier glaubt, es wird eine Liebesgeschichte, hat sich geschnitten, denn dazu haben sie gar keine Zeit. Die ersten drei Monate in ihrer Ausbildung verlaufen gut und dann bricht alles über sie herein und nichts ist mehr so, wie es scheint. Ab dem Zeitpunkt ihrer Bestimmung bricht die Hölle los und ihr gemeinsamer Weg wird sich Grund auf Verändern.


Da ich ja von Anfang der Geschichte etwas erzählt habe, möchte ich euch auch von Anfang meines Leseeindrucks berichten. Ich habe das Buch natürlich unter wenig Lesezeit begonnen und ich kam verdammt schlecht voran und rein. Der Anfang war für mich wie eine Sammlung vieler Stichpunkte, die der Autor abarbeiten wollte und so wirkten die Kapitel etwas abgehackt und alles wirkte noch nicht so rund. Auch die ersten drei Monate Ausbildung war wie eine Kette von Ereignissen aufgereiht, ohne wirklich groß im Zusammenhang zu stehen. Für mich fehlte so ein bisschen Ausschmückung, mehr ineinandergreifen und einfach etwas mehr Zugänglichkeit. Mein Durchhaltevermögen wurde aber am Ende total ausbezahlt. Sobald wir zum ersten Konklave kommen und die Bombe platzt, überschlagen sich die Ereignisse. Dazu möchte ich allerdings nichts verraten, da es einfach euren Lesespaß mindern würde.

Neal Shusterman haut aber ab diesem Moment rein, er verlangt seinen beiden Protagonisten viel ab und auch der Leser wird mit jedem Kapitel unruhiger. Wir erleben ungeahnte Entwicklungen mit und leiden, oh man, man leidet so unglaublich mit. Dazu kommt noch das ganze Blutbad und man denkt sich, nein, das war doch so nicht geplant. Genau hier setzt der Autor gut an. Wir haben zwar alles Böse aus der Welt ausgemerzt, aber hält es die Menschheit auch wirklich ab, nicht schlecht zu sein. Immerhin hat das Scythetum einen Freifahrtschein und lädt zu Machtmissbrauch und Intrigen ein. Ihr seht, da kommt noch ganz viel auf unsere beiden zu und sie müssen sich da durch Ackern und turbulente Zeiten durchleben. Am Ende konnte ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen und hatte einen wahren Leserausch. Ehrlich, damit hatte ich nicht mehr gerechnet, aber es ist einfach wahnsinnig genial.

Scythe ist wirklich ein Hammerbuch mit tollen Figuren und einer Achterbahn an Abenteuern und Machtgeplänkel. Für mich absolut gelungen, überraschend, zackig und unglaublich spannend. Der Anfang war so schnell vergessen und nur noch der Wunsch nach dem zweiten Band war am Ende da. 


Henry und ich sind begeistert und voll angefixt dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:
 
 
Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet. In Deutschland liegt bisher seine »Vollendet«-Serie vor. Mit »Scythe – Die Hüter des Todes« startet Shusterman eine neue Trilogie über den Preis der scheinbar perfekten Welt.



Vielen lieben Dank an den Sauerländer Verlag für das  Rezensionsexemplar. 


Mittwoch, 20. September 2017

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherabenteuerer,

letzte Woche habe ich euch ein Buch aus dem Eisele Verlag vorgestellt und soll ich euch was verraten, von den vier Veröffentlichungen haben es zwei sofort auf meine Wunschliste geschafft und das Zweite möchte ich euch heute zeigen. Es ist von einem italienischen Autor und wer mich kennt, weiß das ich eine Schwäche für diese habe und es ist ein Road Trip. Der Opa, mit dem Enkel, auf Reisen und das gibt es zwar schon öfters, aber dieses klingt einfach himmlisch gut. Nämlich nach Sonne, Amore, Witz und ... schaut doch einfach selbst:

 
Signor Rinaldi kratzt die Kurve
Verlag: Eisele
Erscheinungsdatum: 22.09.2017

Pietro Rinaldi ist achtzig Jahre alt und hat genug vom Leben. Er ist an der Endstation angelangt, findet er, während er Penne all’arrabbiata isst und darüber nachsinnt, wie viel mehr Trost doch in Büchern liegt als in den Menschen. Es ist ja schon schwer genug, sich selbst zu ertragen, aber die anderen erst! Mit seinen Zeitgenossen will er möglichst nichts mehr zu tun haben ...
Und dann platzt Diego, sein fünfzehnjähriger Enkel, in seine Welt. Mit jugendlichem Überschwang und dem Willen, sich auch von den widrigsten Umständen nicht niederringen zu lassen, bietet er der chronischen Übellaunigkeit seines Großvaters Paroli. Das ungleiche Paar setzt sich in Pietros altes Citroën DS Pallas Cabriolet und fährt von Genua nach Rom. Die Fahrt entwickelt sich zu einem Abenteuer »on the road« voller Umwege und Abschweifungen, Begegnungen mit alten Lieben und neuen Bekanntschaften. Denn gerade dann, wenn du glaubst, alles gesehen zu haben, gelingt es dem Leben, dich noch einmal richtig zu überraschen.


Wer hat also Lust auf einen Italienurlaub? Wer möchte heimlich mit an Board gehen? Und wer hat dieses Buch schon auf der Wunschliste? Ich finde das Cover auch hier wieder unglaublich geschmackvoll und befürchte, das ich es unbedingt lesen möchte. Da wir ja nicht in Urlaub fahren, ist das doch die perfekte Zweitlösung. Ich stelle mir das schon richtig perfekt vor. Selbst gebackene Pizza, ein Glas Wein, dazu vielleicht eine Oper und dann dieses Buch ... ich schmecke jetzt schon Sommer auf der Zunge. Na, wann fahren wir los?

Ganz liebe Grüße
Eure, ein Eis in Rom naschen wollende, Sharon

Montag, 18. September 2017

Rezension: Mackenzi Lee * Cavaliersreise


Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Königskinder
ISBN-13:
978-3551560384
Preis: 19,99 EUR
E-Book: 13,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: März 2017
Übersetzer: Gesine Schröder


Leseprobe? Kaufen?


Inhalt:
Sir Henry Montague kann es kaum erwarten, auf Cavaliersreise zu gehen und dem Elternhaus zu entrinnen. Endlich ungestört feiern, trinken und in wilden Tändeleien verwickelt sein. So und nicht anders stellt sich Monty seine Auszeit vor, bevor ihn der Ernst zurück in die Schraubzwinge seines Adelstandes zwingt. Aber sein Vater hat vorgesorgt und stellt ihm einen Aufpasser zur Seite. So wird die Reise nicht nach Monty‘s Geschmack und bei der ersten Gelegenheit, nutzt er seine Unbesonnenheit aus und bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch seine jüngere Schwester und seinen besten Freund Percy. Auf einmal steht die Welt Kopf und die Reisegruppe muss sich den Schwierigkeiten von Wegelagerer und Piraten stellen, aus unbegrenzt feiern, wird ein riesig großes Abenteuer. Was hat Monty angestellt? Warum werden sie verfolgt? Und warum schlägt sein Herz in Percy‘s Gegenwart zu schnell?

Meinung:
Ich muss gestehen, dass mich dieses Cover zuerst etwas verwundert hat, denn ein junger schwarzer Mann und dann eine Cavaliersreise, passte für mich nicht unbedingt zusammen. Dann haderte ich ein bisschen mit mir, ob ich überhaupt noch historische Romane lesen mag, und am Ende, dachte ich an meine Dumas Liebe. Der Klappentext war dann eigentlich der Auslöser, denn er macht nicht nur neugierig, er schafft es, dass man einfach reinlesen will. Und erlebte ich ein turbulentes Abenteuer? Hat es mir gefallen? Nun, das erzähle ich euch jetzt.

Monty ist der Stammhalter der Familie Montague, aber seit ein weiterer männlicher Erbe das Licht der Welt erblickt hat, steht es schlecht um seinen Stand. Aber nicht nur das macht ihm das Leben schwer, nein, auch die unerfüllte Liebe zu seinem besten Freund Percy lässt ihn verzweifeln. So stürzt er sich gern in verruchte Abenteuer, betrinkt sich bis zur Besinnungslosigkeit und hat überhaupt einen zweifelhaften Ruf. Dieses Lotterleben hat natürlich nur bedingt seine Freiheiten und stößt bei der Familie an Grenzen. So hofft Monty, mit seiner letzten Reise nochmals so richtig auf den Putz zuhauen, bevor er sich in Ketten an den Adelsstand binden lässt. Aber es kommt natürlich immer anders, als man denkt, der Vater schickt ihn mit Aufpasser los, ein Kuss vom besten Freund, sorgt noch für mehr Verwirrung und die kleine Schwester nervt. So kommt es das er aus Frust, Unbesonnenheit und Ärgernis sich zu einer Übeltat verleiten lässt. Er beklaut einen Herzog, der in beleidigt hat, und lässt sich bei einem Tete-à-Tete erwischen und rennt auch noch nackt durch den Park von Versailles und das ist erst der Anfang. Ich sage es rundheraus, er ist unmöglich, manchmal schwer von Begriff, ein Tölpel, anmaßend, aber total liebenswürdig. Mein Herz hat er auf jeden Fall auf seiner Seite.

Mackenzi Lee hat es geschafft mir einen historischen Roman schmackhaft zu machen und mich wieder in einer Zeit zu versetzt, die ich mal unglaublich gern besucht hätte. Sie lässt hier ihr dreier Gespann so richtig schön in Abenteuer verwickeln und uns Leser eine tolle Achterbahnfahrt, aus Liebe, Spannung und Gefahr miterleben. Es geht gewitzt voran, dann nimmt das Übel seinen Lauf, es wird gekämpft und die Mauern von Etikette eingerissen. Dabei lässt sie schwierige Themen, wie Homosexualität, der Stand der Frau, Krankheit und Sklaverei unglaublich leicht einfließen, und schafft richtige Tiefe in ihrem Geschehen, ohne ausschweifend zu werden. Die Autorin erzählt beherzt, leicht und doch kommt die Sprache der damaligen Zeit durch und die Atmosphäre aus Prunk, Gold, aber auch Schmutz ist hervorragend eingefangen. Ich kann nur froh sein, dass der Geruch zwischen den Zeilen geblieben ist, aber mein Kopfkino war sehr prächtig.

Erzählt wird alles aus Monty‘s Sicht, der zuerst snobbig daherkommt, übellaunig, ja, sogar anstrengend ist, bis wir ihn verstehen. Er muss die größte Wandlung in seinem Leben machen, sein Leben überdenken und handeln, statt wie eine Marionette zu gehorchen. Was ihm ja eh schwerfällt, aber der Mut ohne Geld zu leben, ist nicht da. Er versucht sich zu arrangieren, bis eine Entwicklung all sein Denken auf den Kopf stellt und Monty wächst. Zum ersten Mal muss er sich mit anderen beschäftigen und sich nicht nur in seinem eigenen elendigen Leben suhlen, Monty neigt nämlich dazu, nur sich selbst zu sehen. Und in Leiden ist er der Größte. Das macht die Geschichte natürlich auch ein wenig lustig und beherzter, durch Monty‘s Sicht sind so einige Dinge glasklar an der Realität vorbei. Aber auch seine Schwester und Percy sind wahrhaft tolle Charaktere, die man unbedingt in sein Leserherz schließen möchte.

Cavaliersreise ist ein Abenteuerbuch, was charmant, humorvoll und atmosphärisch geschrieben ist. Mit Figuren, die das Herz erreichen und uns in eine Zeit blicken lässt, die von der Thematik nicht aktueller sein kann, wenn auch die Grenzen der Gesellschaft sich etwas verschoben haben. Wunderbar, einfach entzückend und bildhaft erzählt. Für mich ein wahrer Lesespaß, der mich total mitreißen konnte.
 
Henry und ich wurden überrascht, mitgerissen und vergeben begeisterte fünf Bücherpunkte:

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Über die Autorin:
 


Mackenzi Lee liest, schreibt, verkauft Bücher und kann sehr schnell reden. Sie hat Geschichte und kreatives Schreiben studiert. Cavaliersreise ist ihr erstes Buch auf Deutsch und bei den Königskindern.


Vielen lieben Dank an den Königskinder Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Sonntag, 17. September 2017

BÜCHERPOST im August ...

Hallo meine Bücherbestauner,

diesmal ist mein Briefkasten geplatzt, der arme Postbote hatte wirklich einen harten Monat und musste viel schleppen. Ich war überwältigt und bin ein bisschen überfordert, außerdem habe ich lange überlegt, ob ich überhaupt einen Beitrag dazu mache und wirklich alle Neuzugänge zeige. Nun, was soll ich sagen, hier kommt die Bücherflut und ich stehe dazu, ich bin buchsüchtig und kann nie genug davon haben. Auswahl zu haben ist doch ein wunderbarer Luxus, oder? Aber genug gelabert und gerechtfertigt, hier kommt mein stolzer Monat:
 
Der Kater hatte danach keinen Bock mehr :D

Der Besuch in der Lieblingsbuchhandlung ist ja immer sehr schön und auch immer sehr buchreich, aber was soll ich sagen, ich fühle mich dort sehr wohl. Das Backbuch "Jeannys Lieblingskuchen" ist mir zu verschulden und ich liebe es, jeder Kuchen ist bis jetzt gelungen und schmeckt einfach klasse. Man könnte sagen, momentan bin ich auch noch backsüchtig und dem GöGa freut es. "Prinzessin Insomnia" gefiel mir so gut von der Aufmachung her und so musste es einfach mit. "Swing Time" ist sogar eine Buchbestellung gewesen, ich fand den Inhalt richtig klasse und ich habe mich von dem vielen Lob verleiten lassen. Da hoffen wir mal das Beste, nicht! "American War" stand schon länger auf meiner Wunschliste und passt doch perfekt zu unserer politischen Lage. "Sieh mich an" war ein absoluter spontaner Kauf, ich mag den Fuchs drauf und habe auch hier schon einiges Gutes gehört. "Unter Fremden" und "Kühlfach 4" ist der Lesung (Bericht darüber gibt es auch) von Jutta Profijt zu verdanken, der Mann konnte nicht widerstehen und ich auch nicht. Apropos Ehegatte, er steuerte der Flut diesen Monat noch "Blackout" bei.
 
Der Buchladenbesuch ging noch weiter. "Die kleine Hexe" ist 60 Jahre alt geworden und ich muss zu meiner Schande gestehen, ich habe sie noch nicht gelesen und das, obwohl ich den Autor mag. Es wurde also Zeit. "The hate u give" war ja in aller Bloggermunde und ich bin Schwach geworden, man muss sich ja immer selbst überzeugen. "Sandreiter" ist der zweite Teil der TodHunter Moon Reihe und ja, ich musste es haben, ich mag einfach diese Welt so gern. "Die Bücherdiebin" hat eine Freundin aus ihrem Regal aussortiert und ich konnte es nicht fassen und musste sofort Asyl anbieten. Immerhin habe ich es schon gelesen und fand es richtig toll. Meine Meinung gibt es hier.
 
Natürlich musste ich bei der Bloggeraktion von dtv Verlag mitmachen, denn "Illuminae" klingt nicht nur toll, sondern ist auch noch genial gestaltet. Bin mega neugierig und von dem Autor gab es den Monat sogar zwei Neuzugänge. "Das Reich der sieben Höfe: Flammen und Finsternis" Teil zwei ist auch angekommen und mann, das Buch hat über 700 Seiten, Wahnsinn. Eigentlich mag ich es sofort lesen und hoffe, es bald auch zu tun. "Apollo" was Neues von diesem Autor und ich freu mich wie ein kleines Kind, denn ich weiß, es kann nur gut sein.
 
"Die Schlange von Essex" hat mich vom Cover her total umgehauen und auch hier ist es ein gelobtes Buch, ich bin gespannt, da ich momentan ja auch ein wenig Pech damit habe. Aber die Gestaltung ist ein Traum. "Oxen: Das erste Opfer" habe ich sogar schon gelesen und es war ein Thriller, der mir ein bisschen Anlaufschwierigkeiten bereitet hat, aber dann, richtig ins Rollen kam. Meine Meinung gibt es hier. "Beware that Girl" erreichte mich einfach so und ich dachte von Buchdesign her, och nö, und dann der Vergleich Gossip Girl, das hat mich ja so was von kalt gelassen. Aber dann hörte ich kurze Zeit später im Radio die Buchbesprechung dazu und bin nun doch neugierig. Also werde ich wohl doch mal reinschnuppern. "Harte Landung" war wieder eine absolute Punktlandung meiner lieben Ellen Dunne. Tolle Figuren mit Ecken und Kanten, ein toller Fall und ich hatte solch ein Lesevergnügen, bitte liebe Ellen lass uns nicht so lange Warten!!! Meine Meinung gibt es hier, denn ich habe es schon verschlungen. "Die Irrfahrt des Michael Aldrian" war auch so ein Überraschungsbuch und ich hatte es so gar nicht auf dem Schirm, aber ich glaube, da hat jemand meinen Geschmack getroffen. Bin hocherfreut und freue mich auf mehr Lesezeit.
 
"Lola" ist eine Frau, die Sex sucht, um zu vergessen, bis eines Tages ihr Nachbar in ihrem Leben auftaucht und ganz andere Pläne hat. Ich muss es einfach lesen, das hat mich total interessiert, allein wegen dem Geschlechtertausch. "Das Dorf" gehört momentan zu meiner Dorfidyllen Leidenschaft, ich mag diesen trügerischen Schein nämlich unheimlich gern und bin gespannt, wie sich diese beiden Jugendlichen hier schlagen. Bald ist es dran. "Ein irischer Dorfpolizist" habe ich schon begeistert verschlungen und ja, der Moderator kann auch richtig gut schreiben. Hier geht es zu meiner Meinung. Dann gibt es ja ganz besondere Verlage, die einem ans Herz gewachsen sind. Ach, mein lieber Wortreich Verlag aus Wien, der meint es ganz besonders lieb mit mir und schickt die Herbstneuheiten einfach mal los. "Schmidt ist tot" habe ich auch schon gelesen und dieser Autor hat mich schon das zweite Mal gepackt und sprachlich bewegt zurück gelassen. Gern dürft ihr hier in meine Meinung schauen. "0-1-0-1" handelt von der Flucht in die virtuelle Welt, ist ja heute irgendwie sehr aktuell. Klingt vielversprechend und das gilt auch für "Viktor geht hinaus", mit einem wirklich ungewöhnlichen Hauptakteur. Vielen lieben Dank.
 
Weiter geht es mit "I'll push you" ein Buch über Freundschaft und großen Willen. Wer "Ziemlich beste Freunde" oder "Ich bin doch mal weg" mochte, sollte sich dieses Buch genauer anschauen. Ich war gleich sehr angetan und freue mich schon sehr auf das Abenteuer. "Der Fluch des Hauses Foskett" ist der zweite Fall für Sidney Grice und ich habe ihn endlich in meinem Händen. Jauchz!! "Der Meisterkoch" führt uns in die osmanische Küche und auf diese Reise bin ich wirklich sehr gespannt. Istanbul ohne Erdogan muss herrlich sein. "Die Unzertrennlichen" sind ein absoluter Coverliebling und ein Tipp von der Lektorin, der ich anscheinend blind vertrauen kann. Bis jetzt hat sie mich immer begeistern können. "Tage ohne Hunger" ist der neue Roman von Delphine de Vigan und ich freu mich jetzt schon auf diese Geschichte. Tja, und dann kommt ein ganz besonderes Überraschungsbuch, erst kam eine Karte an, dann das Buch, dann fällt es mir überall ins Auge und es macht Lust, es endlich selber zu lesen. Ich glaube, hier ist ein kleiner Schatz versteckt. "Vorwärts küssen, rückwärts lieben" muss auf jeden Fall geschmökert werden.
 
Nun endlich der letzte Stapel .... Mannnomannn!!! "Nevernight" klingt gigantisch gut, Rache, Auftragskiller und eine neue Welt. Ich war damals bei der Vorstellung schon angefixt und möchte es am liebsten schon verschlungen haben. "Die Legende von Shikanoko" endlich was Neues von Lian Haern und ich bin ausgeflippt, diese Frau kann schreiben, wie der Teufel, poetisch fein, fesselnd und unglaublich brutal. Auf dieses farbenprächtige Epos freu ich mich ohne Grenzen. In "Piper Perish" geht es um, zerplatze Träume, um das Wiederaufstehen und neue Träume zu finden. Mir gefällt der Kunstgedanke drin und bin auf die Umsetzung gespannt. "Riders - Schatten und Licht" kam überraschend mit seinen anderen Brüdern und ich hatte das Buch so gar nicht auf den Plan und für mich schon ausgeblendet, nun gut, die apokalyptischen Reiter auf dem Cover laden einen ja schon zum Reinstöbern ein. "Weihnachten in der Pfeffergasse" ist mein erstes Weihnachtsbuch in diesem Jahr und wird nicht mein Letztes sein ...hihi... Es geht um die Rettung eines Buchladens, wie kann ich da widerstehen. Ich brauche Lebkuchen ... dringend.

Das war es nun endlich, viele schöne Bücher, die zum Entdecken und Schmökern einladen. Einige habe ich sogar schon gelesen und im September sollen noch einige verschlungen dazu kommen. Diesmal hat mich die Menge wirklich umgehauen und ich bin immer noch sehr überwältigt. Aber ich glaube, ich bin nicht wirklich allein mit dieser Flut und der Sucht nach Büchern. Ich tue ja keinen weh, oder? Der nächste Monat soll aber wieder übersichtlich werden, bitte. Das kann ich nicht immer machen, aber was kommen auch immer so viele tolle Bücher zur gleichen Zeit raus, diese Verlage!! ... AAHHHH..... Wie war denn euer Monat? Habt ihr viele Bücher einziehen lassen? Waren von unseren Büchern auch welche für euch dabei? Habt ihr davon was auf der Wunschliste, oder sogar schon eins davon gelesen? Ich freu mich auf jeden Fall wahnsinnig auf alle meine neuen Schätze ;-)

Ganz liebe Grüße
Eure, sich eine Hilfegruppe suchen gehende, Sharon 
 

Mittwoch, 13. September 2017

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherneuentdecker,

ein neuer Verlag ist geboren und da musste ich doch stöbern gehen. Tja, und es ist direkt ein Buch auf der Wunschliste gelandet. Eine Geschichte über ein einfaches Mädchen, was eine Entwicklung mitmacht, in welche Richtung ist abzuwarten. Das Buch sieht toll aus, der Inhalt ist interessant und ihr schaut am besten hier:

 
Die Farbe von Milch
Verlag: Eisele
Erscheinungsdatum: 22.09.2017

Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.


Ist das Cover nicht ein Traum? Da hat der Verlag schon eine super Plakatwand hingezaubert. Dann spricht mich der Titel schon total an und der Inhalt klingt nach einer intensiven Geschichte. Wer hat die Verlagsseite auch schon besucht? Wem ist dieses Buch auch schon aufgefallen? Bei wem steht es auf der Wunschliste?

Ganz liebe Grüße
Eure, gern mal ein kaltes Glas Milch trinkende, Sharon

Dienstag, 12. September 2017

Rezension: Antoine Laurain * Die Melodie meines Lebens


Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Atlantik 
ISBN-13: 
978-3455600520
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: September 2017
Übersetzer: Sina de Malafosse




Inhalt:
Alain hält nach über 30 Jahren den wichtigsten Brief seiner Jugend in den Händen, nämlich die Zusage eines Plattenlabels. Was wäre wohl passiert, wenn er pünktlich gekommen wäre? Wie anders wäre sein Leben verlaufen und wer weiß, welche Hitlisten sie mit ihren Songs erklungen hätten. Aber das ist nun mal nicht passiert, sondern er ist Arzt geworden, wie sein Vater und schwelgt doch in Erinnerungen. Jetzt hält er diesen Brief in Händen, sucht nach den Aufnahmen und findet sie nicht mehr. Da er damals ein Versprechen abgegeben hatte, seine Bandmitglieder zu informieren, versucht er sie nun wieder zu finden und ein letztes Mal diese Songs zuhören. Aber die Suche gestaltet sich nicht gerade einfach. Der eine ist ein verbitterter, überheblicher Künstler geworden, der andere ein rechter Präsidentschaftskandidat, der nächste führt ein Hotel in Thailand und die Sängerin ist nicht aufzufinden. Aber auch der Songtexter und sein Bruder, der Finanzier, machen ihn die Suche nicht leicht. Wird er sie alle finden? Gibt es ein nostalgisches Wiedersehen? Und wird Alain die Songs von damals nochmals hören können?

Meinung:
Was Neues von meinem gegenwärtigen französischen Lieblingsautor und mein Herz schlägt schneller. Was wird er uns wieder erzählen, welchen Genuss können wir erwarten? Tja und wohin lässt er uns diesmal in der Zeit reisen? Ihr seht, ich bin erwartungsvoll, gespannt und absolut vorfreudig gewesen. Ob er mich wieder zum Staunen, Schmunzeln und Verschlingen gebracht hat, erzähle ich euch nun.

Da der Klappentext doch sehr nach Alain ausgerichtet klingt, dachte ich, er wäre die zentrale Figur, aber Pustekuchen. Er ist nur der Anfang, um in viele verschiedene Leben reinzugucken, denn jedes Bandmitglied, ob auf der Bühne, oder dahinter, bekommt seinen Auftritt und somit hat der Autor wieder eine schöne große Bahnbreite zum Erzählen. Wir fangen mit dem eigentlich Unscheinbarsten an, nämlich Alain, sein Leben war eigentlich schon immer bestimmt gewesen. Die Arztpraxis seines Vaters übernehmen, heiraten, Kinder und im guten Wohlstand leben. Dass die Luft aus der Ehe raus ist, die Kinder groß und sich ein typisches dahinplätschern eingestellt hat, ist wohl bei den meisten so bekannt. Als dann aber der Brief auftaucht und er sich wieder an Träume und Sehnsüchte erinnert, wird ihm klar, was er was verpasst hat und versucht dieses Gefühl mit den anderen Mitgliedern zu teilen. Auf der Suche nach ihnen, stößt er auf erstaunliche Erkenntnisse.

Und so tauchen wir kurz ein, in das Leben eines Auswanderers, der, wie soll es anders sein, negative über Frankreich daher zieht. Dann bekommen wir es mit der politischen Fraktion zu tun, nämlich der Rechten und da haut der Autor wirklich richtig rein und spiegelt alle Ängste und Sorgen, die man momentan hat, perfekt wieder und schaukelt es so richtig erschreckend hoch. Natürlich bekommen wir auch noch die andere Seite zu sehen, über einen Unternehmer, der gut beim Volk ankommt und der ohne Partei kandieren soll. Außerdem wird es auch tragisch, denn nicht jeder kommt mit der Moderne klar und wird schwer vom Schicksal im Stich gelassen. Tja und die Kunst kommt nicht zu kurz, denn unser verbitterter, exentrischer Künstler, bietet wirklich ein ganz unbeschreibliches Bild und Kunst, mit der ich so gar nichts anfangen kann und das auch noch erfolgreich. Ts. Natürlich tauchen am Ende, alle in irgendeiner Form auf und alle führen ganz unterschiedliche Leben, was aus der Geschichte ein wunderbares Potpouri aus unserer Zeit macht.

Antoine Laurain kann einfach wunderbar und ganz geschickt Figuren zeichnen, mit Leben fühlen und sie im Wandel der Zeit wachsen lassen. Überhaupt hat er sich eine spannende Zeitepoche ausgesucht, denn er lässt die 80-ziger aufleben und zeigt anhand dieser Spanne an, wie sich die Welt und die Menschen verändert haben. Was damals unmöglich erschien, rast in wahnsinnigen Fortschritt voran. So nimmt er sich unseren alltäglichem Dasein an und bespickt seine Figuren mit dem Wandel von Kunst, Politik und sogar das Fernsehen. Viele Aspekte unseres jetzigen Lebens tauchen auf und sorgen auch für nachdenkliche Stimmung. So geht es nicht unbedingt um diese Band, sondern was das Leben aus einem macht und wohin man sich entwickelt. Beim Lesen hat man somit oft einen Aha-Effekt, oder man Lächelt, weil man sich an besondere Dinge erinnert, oder ist erstaunt, wie sein charmanter und feinsinniger Rundumschlag den Nagel auf den Kopf trifft und wir so einiges aus dem realen Leben wieder erkennen. Aber damit nicht genug, wer die Bücher kennt, weiß das es am Ende immer noch einen besonderen Clou gibt und der ist hier wieder ganz besonders gelungen, denn das Leben steckt voller Überraschungen.

Wer waren Lesegenuss, mit Charme, Nostalgie, aber auch mit überraschenden zeiteinfangenden Worten lese möchte, sollte unbedingt zu diesem Franzosen greifen. Seine Geschichten sind immer mehr, als der erste Schein erwarten lässt und am Ende ist man überrascht, erstaunt, aber auch tief beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit, er solch eine Tiefe schafft. Für mich wieder eine wahre Freude.
 
Henry und ich fanden es wieder ganz wunderbar und deshalb gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:
 

Antoine Laurain arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler in Paris. Er ist in Frankreich ein gefeierter Bestsellerautor. Mit Liebe mit zwei Unbekannten (Atlantik Verlag, 2015) gelang ihm der internationale Durchbruch. Auch sein Roman Der Hut des Präsidenten (Atlantik Verlag, 2016) war weltweit ein Erfolg.

Quelle: Atlantik Verlag 


Weitere Werke des Autors im Atlantik Verlag:

https://www.genialokal.de/Produkt/Antoine-Laurain/Liebe-mit-zwei-Unbekannten_lid_26019093.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Antoine-Laurain/Der-Hut-des-Praesidenten_lid_29000054.html?storeID=barbers

Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Montag, 11. September 2017

Rezension: Jens Henrik Jensen * Oxen: Das erste Opfer


Broschiert: 464 Seiten
Verlag: dtv 
ISBN-13: 978-3423261586  
Preis: 16,90 EUR  
E-Book: 13,99 EUR  
Reihe: 1. Teil   
Erscheinungsdatum: September 2017
Übersetzer: Friederike Buchinger


Leseprobe? Kaufen?


Inhalt:
Niels Oxen möchte gern aus der Gesellschaft aussteigen, seine Ruhe haben und niemanden sehen. Deshalb zieht er sich immer mehr und mehr zurück und beschließt mit seinem Hund in den dänischen Wäldern zu leben. Aber so einfach ist das Leben dort nicht, wie er es sich vorgestellt hatte und dazu kommt noch, das Oxen Unglücke irgendwie anzieht. Auf einem nächtlichen Spaziergang möchte er gern das Schloss besuchen und stolpert dort über einen toten Wachmann, in Panik läuft er davon und hofft, nicht entdeckt zu werden. Aber die Polizei findet ihn und ist extrem überrascht, den mehrfach ausgezeichneten Elitesoldaten vor sich zu haben. Was zuerst nur als Zeugenaussage anfängt, entwickelt sich schnell zum Verdächtigen und Oxen bleibt nichts anderes übrig als aktiv zu werden. Was ist im Schloss passiert? Worein ist Oxen geraten? Und warum will ihn der Geheimdienst als inoffiziellen Ermittler?

Meinung:
Ich muss gestehen, dieser Klappentext ist einfach genial gewesen. Elitesoldat, Geheimdienst und dann auch noch Geheimbund, da ist mein Kopfkino regelrecht explodiert, ich dachte schon, Jason Bourne trifft auf Robert Langdon, oder so ähnlich. Also kurz, es klang super und aufregend und dann bekommt man auch noch den Hinweis, dass es der Bestseller aus Dänemark ist. Das löst bei mir immer zwei Dinge aus, Neugier und Angst. Neugier, einfach was Geniales entdeckt zu haben und Angst, den Hype nicht zu verstehen und eine große Enttäuschung mit zu erleben. Wie Oxen jetzt bei mir abgeschnitten hat, erzähle ich euch jetzt.

Ich muss sofort gestehen, der Anfang war sehr anstrengend, zäh, nicht packend und ich hatte mit ständiger Müdigkeit zu kämpfen. Was vielleicht nicht dem Buch verschuldet ist, aber es lies sich auch nicht einfach weg lesen. So war der Einstieg nicht wirklich glücklich für mich, ich mühte mich einfach ab. Es schwankte zwischen traumatisiertem Aussteiger und Mordfälle hin und her, aber es baute sich einfach zuerst kein Sog auf. Also die ersten 150 Seiten waren recht trocken und hart zu bewältigen.

Das mag aber vielleicht auch mit unseren Helden Oxen zusammenhängen, wir lernen ihn nämlich an einer abgründigen Stelle in seinem Leben kennen. Er möchte nämlich raus aus dem System, seine Ruhe haben, nicht Reden und seine innerlichen Dämonen mit Gras und Whisky bekämpfen. Sein einziger irdischer Halt ist Mr. White, sein Hund und treuer Weggefährte. So lebt Oxen mehr vor sich hin und es fällt dem Leser einfach schwer, einen Kriegshelden darin zu entdecken. Erst im Laufe der Geschichte blickt der Soldat durch, allerdings muss er erst den Rost und die steifen Gelenke abstoßen, bevor er wieder rund läuft. Obwohl ich am Anfang solche Probleme hatte, irgendwie in die Geschichte zu kommen und Oxen kennenzulernen, hat sich der Kerl doch noch in meine Lesebegeisterung geschlichen. Je mehr er sich in die Geschichte verwickeln lässt und wir aus seinem Leben erfahren, umso mehr versteht man ihn und empfindet großen Respekt. Ein starker Mann, der mit dem falschen Fuß ins Leben getreten ist und das Unglück magisch anzieht, aber kämpft.

Ihm zur Seite wird aber auch eine unglaublich tolle Frauenfigur gestellt. Margrethe Franck ist Geheimdienstmitarbeiterin und die rechte Hand vom Chef. Sie ist Ermittler, Chauffeurin und steht ihren Mann und das trotz Handicap, denn ihr fehlt ein Bein. Diese Frau wird von Babysitterin mit schlechter Laune, zur knallharten Partnerin. Ihr Zusammenspiel machte die Geschichte erst richtig rund. Erst die Zickerei, das ständige triezen und dann werden sie ein richtiges Team, das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Aber auch der Hintergrund der Geschichte ist nicht von schlechten Eltern ausgedacht. Jens Henrik Jensen schickt uns mit wenig Wissen ins Feld, und jedes Mal, wenn man denkt, jetzt haben sie es, taucht der nächste Killer auf. Er spielt total gern mit seinem Leser und der Unwissenheit und versteckt seine Morde sehr geschickt, wer denkt, jetzt sind wir dem Bund näher, erlebt grundsätzlich eine Überraschung. Überhaupt seine Intrigen in den Intrigen zu verstricken hat Spaß gemacht und ganz ehrlich, so abwegig finde ich seine Idee um Macht und Geld gar nicht. Wer weiß, wer weiß, ob es ein Tröpfchen Wahrheit in unserer Gesellschaft nicht geben könnte. Zudem legt Jens Henrik Jensen mit seinem Auftakt ein solides Grundwissen fest. Manchmal sind seine Erklärungen ein wenig zu viel, aber am Ende kann ich sagen, ich habe alles verstanden und es kann weiter gehen, denn es geht weiter. Oxen ist noch lange nicht fertig.

Am Ende hat mich Oxen packen können und ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Ein toller Auftakt mit interessanten Figuren, dessen Entwicklung einfach klasse eingeflochten ist und raffinierte Intrigen, die einem am Ball halten. Ich bin so sehr gespannt, wie es weitergeht.
 
Henry und ich hatten am Ende ein richtiges Blockbuster-Kopfkino und vergeben dafür vier Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:
   

Jens Henrik Jensen, geboren 1963 in Søvind, Dänemark, hat 25 Jahre lang in der Nachrichtenindustrie gearbeitet, u.a. als Nachrichtenredakteur. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Die OXEN-Trilogie ist in Dänemark bereits erschienen und mit 100.000 verkauften Exemplaren ein riesiger Erfolg.

Im April 2017 gewann Jens Henrik Jensen den Danish Crime Award! 

Quelle: dtv Verlag

Oxen-Trilogie:
 
https://www.genialokal.de/Produkt/Jens-Henrik-Jensen/Oxen-Der-dunkle-Mann_lid_33303110.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Jens-Henrik-Jensen/Oxen-Gefrorene-Flammen_lid_33303075.html?storeID=barbers


Erscheinungstermin: 
Teil 2: März 2018 I Teil 3: August 2018


Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar.